Radweg in Kirkel soll saniert werden

Naherholung : Hoffen auf ein positives Signal für den Radweg

Die Gemeinde Kirkel fordert eine Asphaltierung der Strecke zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel. Das Landesamt lehnt dies ab.

In Kirkel hat man die Situation für die Radfahrer schon seit längerer Zeit im Blick. In allen drei Ortsteilen gibt es inzwischen Ladestationen für Elektrofahrräder, mit Armin Jung hat die Gemeinde einen eigenen Fahrrad-Beauftragten. Und es gibt ebenfalls in der Bürgerschaft viel Engagement fürs Rad.

Für dieses Engagement steht stellvertretend auch Otwin Wentz aus Kirkel-Neuhäusel. Wentz war früher Hauptamtsleiter der Gemeinde. Zur Arbeit im Rathaus in Limbach fuhr er nach eigenem Bekunden oft mit dem Rad. Und auch heute ist Wentz häufig auf zwei Rädern unterwegs. Und auf diesen Wegen ist nicht alles so, wie es sein sollte. Konkret geht es ihm nicht erst jetzt um den Zustand eines Teilstücks des Weges zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel. Da befinden sich rund 1,1 Kilometer in einem Zustand, den Wentz für Radfahrer schlicht ungeeignet hält: Schotter, tiefe Löcher, bei Regen starke Schlammbildung – all das mag der frühere Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins so nicht hinnehmen.

Auf seine Initiative hin, in Zusammenarbeit mit Armin Jung, trafen sich deswegen am Dienstagmorgen Verantwortliche von Gemeinde, so Kirkels Bürgermeister Frank John, mit Vertretern vom Allgemeinen deutschen Fahrradclub in Person von Landesgeschäftsführer Thomas Fläschner und des BUND vor Ort in Kirkel-Neuhäusel. Dort beginnt hinter der Bahnbrücke an der Straße „Weg zur Silbersandquelle“ genau das Teilstück des Weges, dessen Zustand in der Kritik steht. Was alle am Mittwoch einte, war die feste Überzeugung, dass eben dieser Zustand in Zeiten, in denen landauf und landab über die Förderung von Radverkehr gesprochen werde, so kaum zu vermitteln sei. Die Lösung soll für die Verantwortlichen eine Asphaltierung sein, doch gegen die sperrt sich das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz. Der Grund dafür ist aus Sicht des Amtes der Umstand, dass eben dieses Wegestück durch ein Landschaft- und Wasserschutzgebiet führt.

Die Geschichte rund um die gewünschte Sanierung dieses Wegstücks beschäftigt die Gemeinde schon seit 2009. Damals hatte man eine entsprechende Sanierung ausgeplant und auch im Haushalt die entsprechenden Mittel bereitgestellt. Doch schon damals gab es von den Naturschutzbehörden kein grünes Licht. Und auch 2014 hatte man keinen Erfolg mit dem Ansinnen zugunsten der Radfahrer. Für Wentz, nun fünf Jahre später, hat sich die Situation aber gewandelt, er sieht nur eine Chance, dem Radverkehr in Zeiten des Klimawandels mehr Raum zu geben, wenn auch ein entsprechendes Wegenetz vorhanden sei. „Es fahren erst mehr Leute mit dem Rad, wenn auch vernünftige Radwege da sind.“

Nun mag man schon nachfragen, warum diese 1,1 Kilometer lange Strecke eine so hohe Bedeutung hat. Diese Frage beantwortete am Mittwoch Limbachs Ortsvorsteher Max Victor Limbacher, in Personalunion auch Umweltbeigeordneter der Gemeinde. So sei dieser Abschnitt ein Teil der Radwege-Achse zwischen Altstadt und Kirkel-Neuhäusel und damit wichtig für den innerörtlichen Radverkehr. Das Kuriose: Ein Großteil der Strecke, aus Richtung Limbach bis zum Abstäberhof, ist schon asphaltiert.

Doch bei den besagten 1,1 Kilometern fehlt dieser Wunschbelag – die Asphaltierung wurde zweimal von den zuständigen Naturschutzbehörden abgelehnt. In einem Schreiben von 2014 begründete das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz diese Ablehnung damit, dass kein „überwiegendes, öffentliches Interesse“ vorliege. Zudem sei die Anwendung des entsprechenden Paragrafen aus der Landschaftsschutzegebiete-Verordnung zumutbar. Und: Eine entsprechende Abweichung von diesen Vorgaben sei „nicht mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar“. Mit Verweis auf eben dieses Schreiben erhielt Otwin Wentz im Februar 2019 eine Stellungnahme des saarländischen Wirtschaftsministeriums. Dorthin hatte er sich mit der Bitte gewandt, das besagt Teilstück des Weges endlich zu sanieren – ohne Erfolg. Gerade dem Ablehnungsgrund, es bestehe kein überwiegendes, öffentliches Interesse, kann Wentz nicht folgen – zumal man aus seiner Sicht beim besagten Gelände von einem „abgespeckten Landschaftschutzgebiet“ sprechen müsse, liege der Bereich doch zwischen der Bahnlinie und Hochspannungsmasten. Zudem habe sich auch in den zurückliegenden Jahren seit 2014 die Situation bei Bewertung des Radverkehrs deutlich gewandelt. „Das muss man heute neu beurteilen.“

Kirkel will fahrradfreundlicher werden, dazu gehören auch Ladestationen für Elektrofahrräder in allen Ortsteilen der Burggemeinde. Foto: Thorsten Wolf

In einem Gepräch mit dem neuen Umweltstaatssekretär Sebastian Thul habe man, so Bürgermeister Frank John, das Thema erneut zur Sprache gebracht. Nun warte man auf ein positives Signal – und damit auf einen entsprechende Hinweis, ob ein erneuter Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung überhaupt Sinn mache.