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Neue E-Bike-Ladestation für Kirkel

Sie steht am Naturfreundehaus : Weitere E-Bike-Ladestation für Kirkel

Am Naturfreundehaus können Radler ihr Gefährt „auftanken“. Ministerin Rehlinger war bei der Eröffnung dabei.

Hätte man vor Jahren gedacht, dass es, polemisch formuliert, einen Ministerinnen-Besuch anlässlich der Vorstellung einer öffentlichen Mehrfachsteckdose in Kirkel gibt? Wohl kaum. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wenn es sich bei der „Steckdose“ um eine E-Bike-Ladestation handelt, dann steht die für einen einsetzenden Wandel in der Mobilität in ganz Deutschland – in Kirkel und dem Saarland zusätzlich auch für das Bestreben, Radfahrer, gerade auch die Trend-E-Biker, als touristischen Faktor zu etablieren.

Vor diesem Hintergrund ergab es Sinn, dass Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), in Personalunion für das Thema Verkehr und Tourismus im Land verantwortlich, der offiziellen Vorstellung einer neuen E-Bike-Ladestation am Kirkeler Naturfreundehaus Bedeutung verlieh. Davon kündete auch der übrige, große Bahnhof: zwei Ortsvorsteher, Gemeindratsmitglieder, die Gemeindewerke Kirkel als Partner der Ladestationen in der Gemeinde und einige mehr, wollten wissen, in welche Richtung sich Kirkel bewegt mit seinem Bestreben, fahrradfreundlicher zu werden. In die Pedale bei diesen Anstrengungen tritt dabei vor allem Armin Jung, einer der beiden Gemeinde-Jugendpfleger und seit einiger Zeit auch der Gemeinde-Fahrradbeauftragte. Er hatte buchstäblich das Thema E-Bike-Ladestationen ins Rollen gebracht, fünf dieser Anlagen gibt es zwischenzeitlich in der Gemeinde oder sind vorgesehen. Und: Die Gemeinde hat auch drei Dienst-E-Bikes angeschafft, davon ein Lastenrad für den Gemeinde-Bauhof.

All diese Anstrengungen würdigte Rehlinger nachdrücklich – ihr Ministerium fördert die Gesamtinvestitionen von 115 000 Euro mit einem Anteil von 88 000 Euro. So sei die Gemeinde Kirkel an der Spitze der Bewegung, wenn es um die Veränderungen in der Mobilität gehe. Anderen Kommunen im Land attestierte Rehlinger hingegen eine noch fehlende Sensibilität bei diesem Thema. In der von Sebastian Thul, Vorstandsmitglied der Naturfreunde Saarland als „Hausherr“ der Ladestation, moderierten Einweihung betonte Rehlinger, dass eine Veränderung der Mobilität nur gehe, wenn die Kommunen aktiv mitmachten. „Es funktioniert nur, wenn sich alle auch als Umsetzer dieser Idee verstehen.“ Rehlinger rückte den nächsten Schritts Kirkel zur fahrradfreundlichen Kommune in die Themen-Kreise „Wirtschaft“, „Tourismus“ und „Umweltschutz“. Sie nannte eine funktionierende Infrastruktur entscheidend für Radfahrer. „Denn nur die, die Radfahren als bequem und sicher empfinden, werden das Auto auch stehen lassen.“

Beim Thema Infrastruktur griff Rehlinger so einen Aspekt mit Blick aufs ganze Land auf, den Bürgermeister Frank John (SPD) schon zuvor in seinem Grußwort selbstkritisch mit Fokus auf seine Gemeinde erwähnt hatte: Nachdem man dem Thema „Fahrrad“ nun in der Gemeinde einen höheren Stellenwert gegeben habe, kämen nun Dinge auf den Tisch „über die wir in den vergangenen Jahren eher hinweg geschaut haben. Zum Beispiel das Thema Barrierefreiheit.“ Es gelte aber auch, das Fahrradwege-Netz in der Gemeinde zu vollenden, so die Lücke zu schließen zwischen dem Lappentascherhof und Limbach oder auf der Strecke zwischen Limbach und Kirkel-Neuhäusel. „Es gibt einige Dinge, bei denen wir uns eine entsprechende Förderung wünschen – um das dann auch anzugehen.“ Ebenfalls gelte es, so John, in den kommenden Jahren neuralgische Punkte für den Radverkehr zu identifizieren und zu entschärfen. Beispielhaft nannte er hier die enge Ortsdurchfahrt von Altstadt. „Da können wir keinen Radweg schaffen, das geht einfach nicht. Aber vielleicht gibt es da andere Lösungen, wie wir dort mit der Situation umgehen.“