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Martin Herrmann im Bildungszentrum in Kirkel

Konzertreihe : Martin Herrmann traf wieder die richtige „Wortwahl“

Auch im etwas kleineren Sitzungssaal des Bildungszentrums der Arbeitskammer in Kirkel-Neuhäusel kann weiter musiziert werden, während der große Saal sich in einer Umbauphase befindet. So kann die Konzertreihe während der Umbaupause weitergehen.

Etwa 90 Zuhörer passen in den kleineren Saal. Wenn sich dann ein Publikumsmagnet wie der Sänger Martin Herrmann ankündigt, ist das Konzert schnell ausverkauft.

„Wortwahl“ nennt Herrmann sein Programm, denn es handelt sich fast ausschließlich um Lieder mit deutschen Texten, „die etwas zu sagen haben“, wie Bildungszentrums-Leiter Ralf Haas ankündigte. Von Pur bis Rammstein reichte die große Palette an deutschsprachigem Liedgut, die Herrmann mit der Unterstützung von Anne Müller (Gesang, Klarinette), Sandra Jensen (Flöte, Cajon), Jessica Kiefer (Cello) und Thomas Müller (Klavier) darbot. Hauptsächlich kamen die Stücke aber von den „üblichen Verdächtigen“ der deutschsprachigen Musik: Heinz-Rudolph Kunze, Konstantin Wecker, und Klaus Hoffmann waren dabei, aber auch Götz Widmann mit „Die Zaubersteuer“, einem Pamphlet für die Legalisierung von Haschisch. Besonders angetan hat es Herrmann aber der Musikkabarettist Bodo Wartke. Von diesem Wortakrobat rezitierte er das Gedicht „Die Schlange“ und legte gleich noch den Song „Der Clown“ nach, ein nachdenkliches Stück darüber, was ein Clown eigentlich macht, wenn es ihm selber nicht gut geht.

Gegen Ende sang Herrmann noch Wartkes Lieder „Nicht in meinem Namen“ und das „Das falsche Pferd“, das von der Utopie handelt, wenn alle Menschen nur noch das täten, was sie gerne machen. Die Band Pur spielte neulich in Losheim die Songs „Wenn sie diesen Tango hört“ und „Neue Brücken“. Grund genug für den Losheimer Herrmann, es Pur-Sänger Hartmut Engler gleichzutun. Mit Pur sei es wie mit McDonald’s, meinte er: Keiner würde zugeben, es zu mögen, trotzdem seien die Konzerte beziehungsweise Schnellrestaurants immer bestens besucht. Von Rammstein hatte er den Song „Diamant“ dabei, ein „trauriges Liebeslied“ und „gar nicht so rammsteinig, wie man es sich vorher vorgestellt hat“. Das stimmte. Zwischendurch überließ Herrmann das Mikrofon der kongenialen Sängerin Anne Müller, der Frau des Pianisten: „Du bist nicht allein“ und „Somewhere over the rainbow“ wurden höchst professionell von ihr vorgetragen.

Dass das Programm neben humoristischen Texten auch einen Hang zum Melodramatischen hatte, kam nicht nur in diesen beiden Songs zum Vorschein, sondern auch in den eigenen Stücken von Martin Herrmann. Im Lied „Fieber“ gab der Sänger alles bei der Textzeile „Schrei so laut du kannst!“, und auch bei „Kreuzungen“ sang er voller Inbrunst. Danach landete er wieder auf dem Boden und meinte: „Genuch gejomert, wie wir in Losheim sagen“. Mit dem Zungenbrecher-Lied „Saunafreunde Aufguss 09“ von Jürgen von der Lippe kam die Heiterkeit zurück.