Neubau des Mannlich-Gymnasiums: Neubau am Mannlich-Gymnasium eingeweiht

Neubau des Mannlich-Gymnasiums : Neubau am Mannlich-Gymnasium eingeweiht

Der Saarpfalz-Kreis hat sich die Erweiterung der Schule in der Kreisstadt insgesamt neun Millionen Euro kosten lassen.

Wenn ein Landkreis für den Ausbau einer seiner weiterführenden Schulen neun Millionen Euro ausgibt, dann ist das in Zeiten von Sanierungshaushalten alles andere als alltäglich. Dagegen eher üblich ist es, wenn bei der Einweihung des mit dieser Summe entstandenen Baus viele Redner reden und sich gemeinsam darüber freuen, ein solches Projekt gestemmt zu haben – so geschehen am Samstagvormittag, als mit großem Bahnhof der Naubau am Homburger Christian-von-Mannlich-Gymnasium eingeweiht wurde.

Eingebettet in ein Schulfest traten neben Schulleiter Wolfram Peters auch Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo, Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und Bildungsstaatsekretärin Christine Streichert-Clivot vor den Gästen in der Aula der Schule ans Mikrofon. Doch all diesen „professionellen“ Rednern stahl einer die Schau: der neue Schülersprecher Konstantin Franke. Er machte seine Rede zu einem ganz besonderen Appell an die Schule und die Schüler selbst. „Danke Theophil Gallo, dass Sie dem Mannlich Stolz zurückgebracht haben. Jetzt müssen wir uns nicht mehr hinter den anderen Schulen verstecken. Dieses Haus steht für Stolz, dieses Haus steht für Zukunft und dieses Haus steht für Bildung.“ Da gab‘s für Franke den ersten Applaus. „Nun, wo dieses Haus fertig gestellt ist, lasst uns diesen Stolz weitertragen, lasst uns und den ,Mannlich-Pride‘ den anderen Schulen und Schülern zeigen und nach Außen ausleben. Wir sind die einzige Unesco-Schule in Homburg. Wir bieten eine besondere Unterrichtsform für freies und selbstständige Lernen an.“

Dieses Querdenker-Programm sei inzwischen im Netzwerk IQ-XXL im Saarland aufgenommen und werde gefördert durch das Bundesprogramm „Leistung macht Schule“. Damit wolle er verdeutlichen, so Konstantin Franke weiter, dass das Mannlich-Gymnasium eine „unglaublich vielfältige und grandiose Schule ist, in der die Schüler in ihrem Denken enorm gefördert werden. Wir haben das neue Gebäude verdient und auch gebraucht, um den Mannlich-Stolz wieder aufleben zu lassen“.

An dieser sehr emotionalen Rede mochte man ohne Mühe erkennen, welche Bedeutung der nun fertiggestellte Neubau für das Selbstverständnis und das Selbstbewusstein der Schule hat – zumal wenn man sich anschaut, unter welchen Bedingungen derzeit noch im berüchtigten „Pavillon“ der Schule unterrichtet werden muss. Doch dessen Tage sind nun angezählt, gleichwohl es noch eine Weile dauern wird, bis diese Bausünde den Weg alles Irdischen geht und alle Schülerinnen und Schüler des Mannlichs unter vernünftigen Bedingungen unterrichtet werden können. Dazu bedarf es noch einiger Arbeiten, wie an diesem Samstag zu vernehmen war.

Bislang sind im neuen Funktionsbau Räume für die naturwissenschaftlichen Fächer Physik und Chemie, für den Unterricht im Bereich Computer/Neue Medien sowie für Musik und Kunst entstanden. Ein luftiges Atrium mit Foyer, Bibliothek und Schülerarbeitsraum als Bindeglied zwischen Neubau und Bestand runden den Neubau ab – das Ganze verteilt auf drei Stockwerke und errichtet in einer Bauzeit von zwei Jahren. Dass eben diese Bauzeit und die damit verbundene Zusammenarbeit zwischen dem Saarpfalz-Kreis als Schulträger und der Schule selbst problemlos verlaufen sei, das lobte Schulleiter Wolfram Peter ausdrücklich.

Doch für ihn und seine Schülerinnen und Schüler ist die Reise noch nicht zu Ende. In einem nächsten Schritt sollen die alten Naturwissenschafts-Räume entkernt und dann in Teilen zu Klassenzimmern umfunktioniert werden. Diese Sanierung ist Teil der insgesamt neun Millionen Euro, die sich der Saarpfalz-Kreis die inzwischen dringende Modernisierung des Homburger Mannlich-Gymnasiums kosten lässt.

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