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Astrid Bonaventura bleibt an der Spitze der Homburger Sportler

Astrid Bonaventura bleibt an der Spitze der Homburger Sportler

Drei Gegenstimmen, zwei Enthaltungen sind ein Top-Ergebnis für Astrid Bonaventura. Trotzdem keine Formsache, denn es gab Kritik an ihrer Doppelfunktion: Die Vorsitzende des Stadt-Sportverbands ist gleichzeitig ehrenamtliche Beigeordnete für Sport.

Am Ende war die Wiederwahl von Astrid Bonaventura als erste Vorsitzende des Homburger Stadtverbands für Sport am Dienstagabend trotz eines ausgezeichneten Wahlergebnisses mehr als eine Formsache. Denn in der Delegiertenversammlung in der Sporthalle des SV Reiskirchen wurde mehrfach Kritik daran geäußert, dass Bonaventura mit ihrer Wiederwahl nicht nur erneut die Führung des Verbandes innehabe, sondern auch weiterhin als ehrenamtliche Beigeordnete für Sport Teil der Verwaltungsspitze der Stadt Homburg sei. Am deutlichsten äußerte Gaby Schmitt, selbst Mitglied des Homburger Stadtrates, vor dem Wahlgang ihre Bedenken. Zwar gebe es, so Schmitt, keine juristischen Einwände. Aber: "Eine Personalunion aus Vorsitzender des Stadtverbands für Sport und Sportbeigeordneter ist für mich persönlich sehr ungeschickt. Deswegen kann ich das nicht befürworten."

Die Wahl vom Montagabend machte noch etwas deutlich: Einen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende für den Stadtverband für Sport zu finden, ist alles andere als einfach. Im Zuge der Diskussion um die zurückliegenden und nun weitergehende Ämterdopplung von Astrid Bonaventura wurden zwei weitere Kandidaten für das Amt als erster Vorsitzender des Stadtverbands für Sport vorgeschlagen, namentlich Thomas Clemenz und Marco Emich. Beide jedoch lehnten ab. Clemenz, bisher stellvertretender Vorsitzender, begründete seine Entscheidung mit seinem kompletten Rückzug aus dem Vorstand, Emich stellte zumindest seine Bereitschaft in Aussicht, als Stellvertreter in Zukunft weiter zu agieren.

So war es am Ende nur die bisherige Amtsinhaberin Astrid Bonaventura, die den rund 90 Delegierten zur Wahl stand. Bonaventura selbst sah die Problematik ihrer Doppelfunktion auch. "Das ist super, super schwierig. Und ich habe über ein Jahr lang versucht, aus den Reihen der Mitglieder einen Nachfolger zu finden. Ich wäre froh, wenn heute Abend jemand aufstehen würde, um dieses Amt zu übernehmen."

Grundsätzlich gebe es natürlich einen Interessenkonflikt, es gebe aber auch genauso viele Synergien, war sich Bonaventura in ihren Worten an die Versammlung sicher: "Weil ich beide Seiten sehe und beurteilen kann." Allerdings sei sie bislang auch noch nicht in der Situation gewesen, in einen konkreten Spannungsfall zwischen beiden Ämtern geraten zu sein. Trotz dieser Wenn und Aber sei sie aber bereit, das Amt weiterzuführen, "wenn ihr das wünscht, dann müsst ihr mich wählen. Wenn ihr das nicht wünscht oder nicht könnt, dann könnt ihr mich nicht wählen".

Unter Vorsitz von Erich Scherer, dem Ortsvertrauensmann von Erbach-Nord/Reiskirchen, war die Entscheidung dann aber doch eindeutiger, als es die vorangegangene Diskussion hatte vielleicht vermuten lassen: Bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde Bonaventura für weitere drei Jahre gewählt.