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Kombibad in Blieskastel: Es bleibt bei den Preiserhöhungen

Kombibad in Blieskastel : Es bleibt bei den Preiserhöhungen

Der Aufsichtsrat des Freizeitzentrums hat nach kontroverser Diskussion für die Beibehaltung der erhöhten Schwimmbad-Eintrittspreise gestimmt.

Die Preise im Blieskasteler Kombibad (Hallen- und Freibad) werden nicht auf den Stand vor dem 1. Juli gesenkt. Die Preiserhöhungen haben also Bestand. Am Donnerstagabend tagte der Aufsichtsrat in einer nichtöffentlicher Sitzung. Über den Verlauf der Sitzung und der Diskussion wollte sich Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener am Freitagmorgen aus diesem Grund auch nicht äußern. Nur so viel: „Die Diskussion war durchaus kontrovers“. Der Aufsichtsrat setzt sich aus drei SPD-Mitgliedern, zwei CDU-Mitgliedern, einem Mitglied der Grünen und der Bürgermeisterin zusammen. Der amtierende Geschäftsführer Georg Becker wurde vom Gremium beauftragt, sich über die Möglichkeiten verschiedener Zeiterfassungssysteme schlau zu machen, die dann in ein gestaffeltes Preisgefüge je nach Besuchszeit münden könnten.

Rückblick: Der Aufsichtsrat hatte wegen des anhaltenden Defizits des Blieskasteler Bades zum 1. Juli eine deftige Preiserhöhung beschlossen. Auch der Stadtrat war sich einig, dass die roten Zahlen im Bad unbedingt verringert werden müssten. Es hatte sich daraufhin eine Bürgerinitiative gegründet, man führte eine Protestveranstaltung am Rande einer Stadtratssitzung mit nach Veranstalter-Angaben über 400 Teilnehmern durch, und der Verwaltungschefin wurden dann einige Tage später 2600 Unterschriften für eine Senkung der Eintrittspreise überreicht. Ein Argument der Bürgerinitiative: Durch die saftige Preiserhöhung wolle man langfristig den Besucherstrom eindämmen, um dann das Bad mittelfristig zu schließen. Dem traten die Bürgermeisterin sowie auch die Koalitionäre von CDU und Bündnis90/Die Grünen vehement entgegen. „Nur durch eine Abmilderung des Defizits, was unter anderem auch durch die Erhöhung der Eintrittspreise erreicht werden soll, kann das Bad auch in Zukunft weiter betrieben werden“, unterstrich Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener.

Sie widersprach auch den Ausführungen des früheren Bürgermeisters Werner Moschel, der von viel geringeren Minuszahlen ausgegangen war (Leserbrief vom 14. Juli): „Die Stadtwerke schießen im Rahmen der Gewinnabführung jährlich 700 000 bis 800 000 Euro ins Schwimmbad. Würde dieses Geld nicht in das Bad fließen, käme es der Stadt zugute. Insofern ist auch dieser Betrag für die Stadt als Verlust anzusehen“, erläuterte die Bürgermeisterin. Und so komme auch das jährliche Defizit in Millionenhöhe zustande. Kritisch müsse man auch die Meldungen über einen drastischen Besucherrückgang beurteilen: „Das bezieht sich auf einen relativ kurzen Zeitraum“, unterstrich die Bürgermeisterin. Es ist in der Tat wahrscheinlich erst nach der Saison eine statistisch seriöse Bilanz zu ziehen.

Denn wie die Bürgermeisterin im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilte, sei etwa in diesen Vergleichszeitraum im Vorjahr ein ungewöhnlich heißer Sonntag mit vierfach erhöhter Besucherzahl eingerechnet. Die in den Medien genannte Zahl eines Besucherrückgangs von 70 Prozent seien auch so vom Geschäftsführer nie gemacht worden. Tatsächlich sei im Durchschnitt jetzt ein Besucherrückgang von 15 Prozent zu verzeichnen, was aber statistisch über diesen kurzen Zeitraum noch nicht relevant sei, wie  Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener abschließend betonte.