Preise Kombibad: Beim Geldbeutel hört der Badespaß auf

Preise Kombibad : Beim Geldbeutel hört der Badespaß auf

Pünktlich zu den Sommerferien erhöht die Stadt Blieskastel die Preise im Kombibad merklich. Das sorgt für hitzige Debatten mit den Gästen.

Das Wetter ist schön, die Temperaturen mehr als "schwimmbadtauglich". Aber im Blieskasteler Kombibad gibt es derzeit nur ein beherrschendes Thema: die Erhöhung der Eintrittspreise ab 1. Juli. Grund dafür ist die Kassenlage der Stadt: "Die Verschuldung drückt und das Geld ist knapp", heißt es in einer Presseerklärung zum Thema. Gleichwohl gehöre das Schwimmbad "zur Daseinsvorsorge, nicht zuletzt für unsere Kinder und Jugendlichen", wird die Bürgermeisterin in der Erklärung zitiert. Der Stadtrat hatte die Erhöhung der Preise fraktionsübergreifend einstimmig beschlossen, vergangene Woche dann auch der Aufsichtsrat.

Aber die Erhöhung der Preise schlägt Wellen: "Ich habe schon solche Ohren", meinte die freundliche Dame am Kassenhäuschen und machte eine Bewegung, als habe sie Elefantenohren. "Alle schimpfen bei mir über die Preiserhöhung, dabei kann ich doch nichts dafür." Tatsächlich kann man die Preiserhöhung schon "saftig" nennen (siehe Info). Eine Frau im Bad meinte sogar, das habe System: "Die wollen das Bad kaputt kriegen. Dagegen muss etwas unternommen werden", zeigte sie sich kampfbereit. Dabei wollen Stadt- wie auch Aufsichtsrat, so jedenfalls steht es in der Pressemitteilung der Stadt, genau das Gegenteil: "Es war dem Stadtrat und nun auch dem Aufsichtsrat sehr wichtig, die Zukunftsfähigkeit des Bades ausgewogen hinzubekommen", so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU).

Es wird von einem "Dreiklang" gesprochen, nämlich der "Reduzierung der Sachkosten, der Steigerung von Effizienzstrukturen durch verstärkte interkommunale Zusammenarbeit und eben auch durch Modifizierung der Eintrittspreise". Nach Auskunft der Stadtverwaltung hat eine aktuelle Zählung ergeben, dass gut die Hälfte der Badegäste aus den umliegenden Gemeinden kommt. "Es freut mich sehr, dass unser Bad in seiner Kombination aus Hallen- und Freibad von den Menschen aus der gesamten Bliestalregion und darüber hinaus so gut angenommen wird. Es bedeutet aber auch, dass der Blieskasteler Haushalt in besonderem Maße die Kosten für die Vorhaltung und den Betrieb des Schwimmbades tragen muss. Wenn man nun noch den Schulschwimmsport und das Lehrbecken hinzunimmt, lässt dies erkennen, dass das Finanzierungssystem nicht funktionieren kann", unterstreicht die Bürgermeisterin.

Der Stadtrat hat die Verwaltungschefin auch dazu ermächtigt, Gespräche mit dem Saarpfalz-Kreis und den umliegenden Kommunen zu führen. Die Stadtverwaltung weist weiter darauf hin, dass der Vergleich mit den Eintrittspreisen der umliegenden Bäder zeige, dass man bei der Preisgestaltung nicht "unverschämt" sei. Dennoch sollen für die Zukunft die technischen Möglichkeiten für zeitlich gestaffelte Eintrittspreise geprüft werden.

Zum Thema:

Der Preis der Einzeltageskarte für Erwachsene (ab 16) steigt von 4,50 auf 6,50 Euro, die Sauna von 9,50 auf 12,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche vom vierten bis zum 15. Lebensjahr, Auszubildende, Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, Schwerbehinderte, Inhaber der Kurkarte und Arbeitslose gelten weiter die sozial abgestimmten Tarife. Hier muss zukünftig 4,50 statt bisher drei Euro bezahlt werden, für die Sauna zehn statt bisher acht Euro. Zudem gebe es weiterhin günstige Familientageskarten, Schülerferienkarten, Feierabendkarten sowie Zehner- und Zwanzigerkarten.

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