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Leserbrief: Preiserhöhungen sind unbegründet

Leserbrief : Preiserhöhungen sind unbegründet

Teures Schwimmbad

Die vom Aufsichtsrat der Freizeitzentrum GmbH beschlossenen und von der Stadtratsmehrheit CDU/Grüne nicht korrigierten Preiserhöhungen sind nicht mit den Wirtschaftsdaten des Schwimmbadbetriebs zu begründen. Dem letzten vorliegenden geprüften Jahresabschluss der Freizeitzentrum GmbH für das Jahr 2015 ist zu entnehmen, dass der Schwimmbadbetrieb, eine von acht Sparten des Unternehmens, einen Verlust von 343 578,69 Euro ausweist. Das für den Badebetrieb als Wärmelieferant installierte Blockheizkraftwerk (BHKW) erzielt durch Verkauf des erzeugten Stroms einen Überschuss von 81 844,69  Euro, die dem Badebetrieb gutgeschrieben werden können. Der tatsächlich durch den städtischen Haushalt für die Sparten Schwimmbad und BHKW auszugleichende Fehlbetrag belief sich 2015 auf genau 261 733,99 Euro. Warum die Bürgermeisterin in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dem Schwimmbad von einem Verlust von 1,2 Millionen Euro spricht, kann ich nicht nachvollziehen. Auch die Zahlen aus dem Wirtschaftsplan 2017 für das laufende Jahr lassen keine Notwendigkeit für eine massive Preiserhöhung erkennen. Die Geschäftsführung hat 5 Prozent Mehreinnahmen bei den Eintrittsgeldern und gleichbleibende Gewinnabführung der Stadtwerke eingeplant. Da es sich bei der Gewinnabführung um den Gewinn aus 2015 handelt, ist dieser Betrag auch schon gezahlt. Die Daten des Wirtschaftsplans wurden unverändert in den vom Stadtrat erst im Mai einstimmig beschlossenen Haushaltsplan 2017/18 übernommen. Wenn die Ratsmitglieder von CDU und Grünen einen Monat später massive Gebührenerhöhungen mit der Existenzsicherung des Schwimmbades begründen, lässt dies nicht auf Seriosität und Weitblick schließen. Aus diesen Fakten kann ich nur einen Schluss ziehen: Mit  überhöhten Badegebühren sollen Verluste anderer Sparten der Freizeitzentrum GmbH wie die Bewirtschaftung der Tivoli Immobilie ausgeglichen werden. Diese Sparte hat die Betriebsergebnisse der GmbH seit 2010 mit über 1 000 000 Euro  allein durch Sonderabschreibungen belastet.