Kerb in Oberbexbach: Oberbexbacher Dorfkirmes ist multikulti

Kerb in Oberbexbach : Oberbexbacher Dorfkirmes ist multikulti

Syrische und venezolanische Einlagen belebten das Volksfest, Böller und die Fastnachtsgarde sorgten für Tradition.

Dem allgemeinen Trend des Kirmes-Sterben wollten die Oberbexbacher mit ihrer Kerb am Wochenende etwas entgegen setzen. Auf dem Kerweplatz ging es samstags los mit den Böllerschützen, die die Traditionsveranstaltung lautstark „anschossen“. Um 18 Uhr war es dann so weit: Da durfte Ortsvorsteher Günter Strähl das Fass anstechen. Unterstützung bekam er dabei vom Ersten Beigeordneten der Stadt Bexbach, Wolfgang Imbsweiler, sowie von Manuela Müller, die in diesem Jahr eine besondere Rolle spielte. Jedes Jahr wird nämlich von den Veranstaltern der Kirmes eine Oberbexbacher Persönlichkeit herausgestellt. Manuela Müller kam diese Ehre zuteil, weil sie sich sehr stark in der Flüchtlingshilfe engagiert.

Mitorganisator Alfons Dahl, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft, stellte Müller und ihren Einsatz vor, ehe diese selbst Einblick in ihre nicht immer leichte Arbeit gab. So stünde beispielsweise eine fünfköpfige syrische Familie vor einer ungewissen Zukunft, weil die Mutter schwer erkrankt sei. Immerhin erklärte sich am selben Abend schon eine Familie zur Unterstützung der Kinder bereit. Ortsvorsteher Strähl wiederum bedankte sich bei Alfons Dahl und der Vereinsgemeinschaft, „ohne die die Dorfkirmes schon längst nicht mehr stattfinden würde“.

Mit Ausnahme eines Schaustellers und eines Süßwarenstandes stemmten die Oberbexbacher alle Angebote selbst, das war schon eine tolle Leistung. Das Unterhaltungsprogramm startete mit dem Alleinunterhalter Michael Jost, der Stimmungslieder vortrug. Die Tanzgarde der Bexbacher Karnevalsgesellschaft „Die Blätsch“ führte die etwa 350 Anwesenden mit ihrem Vortrag schon Richtung Fastnacht, ehe Stimmungsmacher Martin Fricker als „Ballermatz“ für Mallorca-Feeling sorgte. Unterstützt wurde er dabei von der Tanzgruppe „Die Rippcher“. Da hatte man auch noch Glück mit dem Wetter, was am nächsten Tag nicht mehr ganz der Fall war.
Sonntagmorgens kamen zu der ökumenischen Andacht, die eine gute halbe Stunde dauerte, etwa 50 Leute. Die katholische Kirche wurde vom Pastoralreferent Gregor Müller vertreten, die protestantische von Prädikantin Evelyne Urbaniak. Auch waren 20 syrische Flüchtlinge anwesend, der Text der Andacht wurde dabei teilweise ins Arabische übersetzt.
Die Kerb ging anschließend weiter mit einem Freundschaftsfest mit den Neubürgern aus verschiedenen Ländern. Gekommen waren hautsächlich syrische Flüchtlinge. Zunächst fanden diverse Wettbewerbe für Kinder statt, danach begann das multikulturelle Fest im Zeichen der Integration. Organisiert hatte das Manuela Müller zusammen mit Anke Stumpf und Hashem Alnuaman; die Schirmherrschaft übernahm Landtagsabgeordneter Alexander Funk (CDU).  Als Unterhaltungsgruppe konnten die Organisatoren die „Söhne Damaskus“ gewinnen, eine syrische Tanz- und Trommelgruppe, die zu traditionellen Klängen und in original Gewändern auftrat. Dazu gab es arabische Speisen wie Falafel. Aber die multikulturellen Beiträge waren nicht aufs Orientalische beschränkt: Die venezolanische Zumba-Lehrerin Yulei Fehrenz brachte südamerikanisches Temperament auf die Bühne. Übrigens freuten sich die Organisatoren über einen Zuschuss der Landesregierung von 1000 Euro für das Fest. Der Regen beeinträchtigte das Fest am Sonntag ein wenig, aber nicht entscheidend. Am Montag endete die Kirmes mit dem traditionellen Frühschoppen in allen Gaststätten und auf dem Kerweplatz.

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