Der Dokumentar-Film "Human Nature" nur in Homburg am Uniklinikum

Dies wird die Welt verändern : Eine Entdeckung, die alles verändert

Die Gen-Schere CRISPR wird die Welt verändern. Noch stehen wir ganz am Anfang. Wer wissen will, wie es weitergeht, sollte diesen Film sehen.

Bahnbrechende Erkenntnisse kommen meist auf leisen Sohlen daher. In der Fachwelt natürlich nicht, denn da gab es hinter den Kulissen schon Zoff, wem denn nun genau welcher Anteil an der Entdeckung der Gen-Schere CRISPR gebührt. Eigentlich der Natur selbst, denn der konnte man mit Hilfe gentechnologischer Forschung ein Geheimnis entreißen: wenn Viren ein Bakterium angreifen, schneiden Enzyme ein Stück aus der Viren-DNA heraus und bauen es an einer ganz bestimmten Stelle im Bakterienerbgut wieder ein: am sogenannten CRISPR-Abschnitt.

Die Zelle schreibt diesen Abschnitt dann in ein RNA-Molekül um, die CRISPR-RNA. Das Protein Cas9 wiederum schneidet das Erbgut eingedrungener Viren heraus und setzt die Erreger dadurch außer Gefecht. Klingt kompliziert und hört sich an wie ein verbissener Kleinkrieg, den Forscher nicht nur faszinierend fanden, sondern für ihre eigenen Zwecke nutzbar machen wollten. Wie wäre es, wenn man von einem Strang DNA mit einem fehlerhaften Erbgut einfach dieses Stückchen rausschnippelt und dafür mit „gesunden“ Informationen ersetzt?

Eine der ersten, die sich damit beschäftigten, ist die Französin Emanuelle Charpentier, die mit ihrer Arbeitsgruppe vor zehn Jahren im schwedischen Umeå, fast zeitgleich mit einer Forschungsgruppe von Jennifer Doudna im kalifornischen Berkeley, eine Methode entwickelte, diese Schnitte zu verfeinfachen. Seit ihrer Aufdeckung des so genannten CRISPR-Cas9-Mechanismus, hat die molekulare Schere die Labore im Sturm erobert.

Wissenschaftler aus aller Welt untersuchen inzwischen CRISPR-Cas9 und wollen es weiterentwickeln. Vor allem aber nutzen sie es als Werkzeug zur Untersuchung von Genen. Da es sehr viel präziser, effizienter und kostengünstiger ist als bisherige Methoden, ist es in vielen Labors unverzichtbar geworden. Was verbirgt sich nun hinter dieser Methode? Das zeigt der Dokumentar-Film „Human Nature – Die CRISPR-Revolution“ mit Podiumsveranstaltung, der exklusiv im Saarland nur in Homburg am Universitätsklinikum zu sehen ist – und zwar am 29. November, um 19 Uhr im Hörsaal 1 der IMED (Gebäude 41). Der Eintritt ist frei.

Im direkten Anschluss an den Film findet eine Podiumsdiskussion von Studierenden und Professoren der Universität zur Zukunft der Technik statt. Die CRISPR-Genomeditierung ist eine revolutionärsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte. Die Technik wird heute in nahezu allen biowissenschaftlichen Labors der Grundlagenforschung eingesetzt, das Feld der Anwendung reicht dabei von der Landwirtschaft, industrieller Produktion von Bioreagenzien bis hin zu personalisierter Medizin. Bei der Diskussion sind dabei: Professor Wolfram Henn (Institut für Humangenetik), Juniorprofessorin Bianca Schrul (Molekulare Signalverarbeitung), Ursela Barteczko (Biotechnologie-Studentin), Alexander Bernhard (Medizin-Student) und Professor Frank Kirchhoff (CIPMM). Der Film ist von Adam Bolt, (USA 2019) und dauert 91 Minuten.

„Human Nature“, 29. November, 19 Uhr im Hörsaal 1 der IMED (Gebäude 41). Der Eintritt ist frei.