Pilzsaison in der Region Homburg geht zu Ende

Pilzsaison : Ein sagenhaftes Pilzjahr geht zu Ende

Die Pilzfreunde Saar-Pfalz hatten zum letzten Mal für diesen Herbst zu einer Exkursion eingeladen.

Ein sagenhaftes Pilzjahr neigt sich gerade dem Ende zu. Während es im September noch zu trocken war, sorgte der nasse Oktober für eine wahre Pilzschwemme in den Wäldern. Jetzt, mit den ersten Frostnächten, ebbt das Ganze wieder ab. Das Interesse am Pilze suchen scheint jedoch geweckt worden zu sein, und so hatte die letzte pilzkundliche Exkursion für dieses Jahr, die der Verein Pilzfreunde Saar-Pfalz veranstaltete, einen unerwartet großen Zuspruch.

Etwa 40 Teilnehmer waren jetzt am Sportplatz in Frankenholz erschienen, sodass der Leiter der Exkursion, Pilzexperte Thomas Brandt, sich genötigt sah, die Anwesenden in zwei Gruppen einzuteilen. Das war kein Problem, waren doch auch weitere Experten des Vereins anwesend: Marco Theobald, Thomas Eckert, Harry Regin sowie Holger und Roger Weis. Bei ungemütlichem Wetter ging es in den nahegelegenen Wald. Die Zeit der Steinpilze war zu diesem Zeitpunkt leider vorbei, wovon einige ältere und nicht mehr genießbare Exemplare zeugten. Da konnte Brandt wenigstens den Fingertest gut demonstrieren: Drückt man in den Hut eines Pilzes und es bleibt an der Stelle eine Delle, dann zersetzt sich bereits das Eiweiß des Pilzfleisches und wird giftig.

„Viele Pilzvergiftungen rühren nicht von Giftpilzen, sondern von zu alten Speisepilzen her“, erklärte Brandt dazu. Anfängern riet er, zunächst mit dem Sammeln von Röhrenpilzen zu beginnen, da unter diesen kein tödlicher Giftpilz zu finden sei. Nur der Satanspilz sei giftig, dafür aber sehr selten. Und dann gebe es noch Röhrlinge, die sehr bitter seien. „Wenn man so einen davon dabei hat, kann man das ganze Gericht wegschmeißen“, so Brandt. Ein Pilz, der spät im Jahr erscheint und früher viel gegessen wurde, ist der Nebelgraue Trichterling, auch Nebelkappe genannt. Nach neueren Erkenntnissen gelte er nun als unverträglich für Magen und Darm, außerdem als genverändernd, erklärte Brandt.

An einem toten Baumstamm, an dem so genannte Schichtpilze wuchsen, zeigte der Experte die Funktion der Pilze auf. „Was man sieht, sind nur die Fruchtkörper des Pilzgeflechts, das sich vom Stamm ernährt und diesen langsam zersetzt. In zehn Jahren ist hier kein Stamm mehr“, sagte Brandt. Viele Pilze zersetzen nicht das tote Holz, sondern leben in Symbiose mit lebendigen Bäumen. Letztere sind so abhängig von dem Geflecht im Boden, dass sie gar nicht ohne dieses auskommen könnten.

Beim Bestimmen von Pilzen komme es auf alle Sinne an, meinte der Experte. Die Farbe variiere bei einer Sorte oft stark. Ganz wichtig sei der Geruch, manchmal müsse zur sicheren Bestimmung die Farbe des Sporenpulvers herangezogen werden. Dann käme es auf Merkmale an, wie ob der Stiel faserig sei oder die Lamellen spröde. In der Gruppe der Täublinge helfe oft nur die Geschmacksprobe, denn alle seien essbar, nur manche unglaublich scharf. Allerdings sollte man sich schon sehr sicher sein, dass es auch wirklich ein Täubling ist. Ein kleines Stückchen vom Grünen Knollenblätterpilz, dem „Feind aller Pilzsammler“, so Brandt, führe möglicherweise schon zum Tod.

Ein Exemplar dieses Pilzes wurde tatsächlich gefunden und machte die Runde – über die Haut überträgt sich das Gift zum Glück nicht. Als einer der Teilnehmer fragte, ob es auch Pilze mit Kontaktgift gebe, wählte Brandt die vorsichtige Formulierung: „Es sind bisher keine bekannt“. Er benutze diesen Satz häufig, weil vieles im Reich der Pilze noch unerforscht sei. Immer wieder gebe es Neuerungen, so etwa bei den Riesenschirmpilzen, zu denen der bekannte Parasol zählt. Die könnten nicht mehr alle zum Essen freigegeben werden, weil mittlerweile auch giftige Arten eingewandert seien, so Brandt. Susanne Ratering und ihrer Begleiterin hatte die Exkursion sehr gut gefallen. „Wir gehen regelmäßig mit und sind Mitglieder im Verein, lernen aber immer noch. Neu war heute der Mönchskopf, ich kannte den nur als weißen Pilz, der war jetzt eher gelblich. Da könnte man ihn mit anderen Trichterlingen verwechseln.“ Michael Emser aus Frankenholz würde sich selbst noch als Anfänger bezeichnen. „Es war sehr schön und lehrreich, nur das Wetter war Mist“, sagte er. „Ich habe mehr Sicherheit bekommen bezüglich der Pilze, die ich so sammele. Ein paar mal sollte man so eine Exkursion schon mitmachen.“