Vorfreude auf die Sommeralm : Der Alm-Ebi ist bereit für die neunte Runde

Damit zur Sommeralm alles piccobello ist, haben sich Helfer eingefunden. Am Freitag, 14. Juli, ist Alm-Auftrieb.

Tja, er ist in die Jahre gekommen, ganz offensichtlich. Der Lack ist ab, eine Auffrischung muss dringend her. Wie gut, dass der Alm-Ebi seine Leute hat, wenn sein Domizil auf der Halde Reden nach der langen Winterpause auf Vordermann gebracht werden muss.

Silvia und Diethard Buchenau sind schon seit zehn Uhr morgens mit dem Pinsel am Werk. Die beiden Bildstocker haben mit dem Fahrrad die Höhenmeter bewältigt und streichen, was das Zeug hält. Der Alm-Ebi alias SR-Moderator Eberhard Schilling hat die freiwilligen Helfer übers Radio engagiert. „Die Nachricht war bei uns im Dorf e Strooßefejer“, sagt Diethard und lacht.

Die kleine Almhütte erhält pünktlich zur neunten Auflage der Sommeralm (14. bis 23. Juli) einen neuen, grünen Anstrich. Für die Holzläden sollte der Alm-Ebi Farbe in „Landkreis-Blau“ aus dem Baumarkt besorgen. „Enzianblau tut’s, glaube ich, auch“, meint der Hausherr pragmatisch und begutachtet die Reparaturen an der Hütte. Die Tür klemmt nicht mehr, das ist gut. Aber ein Fenster muss noch ausgetauscht werden. Damit die Sommeralm-Besucher wieder ungehindert in die gute Stube schauen und das heimelige Interieur genießen können. Von der Stehlampe bis zum röhrenden Hirsch an der Wand wird alles wieder aus dem Schaufenster in der  Bliespromenade auf die Halde in Reden kutschiert. Bekanntlich hatten die Siebensachen des Alm-Ebi in der Alm-freien Zeit in Neunkirchen Asyl bekommen. Neu in diesem Jahr ist ein großes Porträt, das der 82-jährige Herbert Scheuer aus Wemmetsweiler  vom Alm-Ebi gemalt hat. Das war die Deko der Kfd Wemmetsweiler zur Sommeralm-Fastnacht in diesem Jahr und wird natürlich in der Hütte des Alm-Ebi einen Platz finden.

„Das iss ganz scheener Fuddelkrom, die Streicherei mit denne Rille“, verrät der gelernte Maler und Lackierer Diethard Buchenau. Auch das Streichen des Jägerzauns sei eine Herausforderung, aber Ehefrau Silvia kriegt das schon hin. „Am Dienstag kommen Ludger Wolff und seine beiden Töchter und zaubern mir den Sommerflor rund um die Hütte“, freut sich der Alm-Ebi.

Alles soll perfekt sein zum Alm-Auftrieb am Freitag, 14. Juli, um 17 Uhr. Den wird Lutz Michulitz leider verpassen. Aus dem thüringischen Bad Salzungen ist er für ein paar Tage ins Saarland gekommen, um seinen Freund Johannes Rössler in Sulzbach zu besuchen. Zu Fuß sind sie an diesem Morgen die Halde hochgekraxelt, und plaudern ein paar Takte mit dem Alm-Ebi, den sie von zwei SR3-Kreuzfahrten bestens kennen.

„Man muss Ideen haben“, weiß Lutz Michulitz, „dann holt man die Leute hierher.“ Auch eine Radlergruppe begrüßt den Alm-Ebi freudig. „Die Sommeralm ist jedes Jahr unser Highlight“, sagen Jolanda Spreuer und Uschi Seiler wie aus einem Munde. Die beiden Heiligenwalderinnen schwärmen von der neuen, großen Almhütte. „Wenn die abends beleuchtet ist, sieht das wunderschön aus.“ Einen Vorteil hat die neue Hütte auch für den Alm-Ebi: Die Gardena-Dusche hat ausgedient, im neunten Jahr der Sommer-Alm ist endlich Warmduschen angesagt. Neu ist übrigens auch, dass das Musikprogramm von Montag bis Freitag erst um 17 Uhr beginnt. Von 13 bis 15 Uhr sorgt das Alm-Radio für Musik und von 15 bis 17 Uhr haben die Bands dann Gelegenheit zum notwendigen Soundcheck. „Dann haben wir Programm bis abends“, meint der Alm-Ebi, der sich als absoluter Eagles-Fan vor allem auf die Band Desperado freut. Fans der Bee Gees sollten sich die Band Night Fever nicht entgehen lassen. „Du machst die Augen zu und denkst, die Bee Gees seien auf der Alm.“ Total cool sei auch die 70er-Jahre-Party der Sweety Glitter and the Sweethearts.

Genauso beliebt wie die Musik sind jedes Jahr die Angebote der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises zum Thema Bergbau wie die Wanderungen, Führungen und Entdeckungsfahrten. Auf den Wetterbericht schielt der Alm-Ebi übrigens nicht. Er hat schon alles miterlebt in den vergangenen neun Jahren. Gewitter, Kälte, sengende Hitze und Dauerregen. Er sagt ganz pragmatisch: „Hauptsach, es räänt net in die Hitt nin.“