Zuschuss: Niederlinxweiler Hof atmet durch

Drohender Kollaps scheint abgewendet : Zuschuss: Niederlinxweiler Hof atmet durch

Kreise und Gemeinden einigen sich auf eine Unterstützung für die beiden Tierheime der Region. Verein: „Ein Anfang ist gemacht.“

Erleichterung ja, aber zu Begeisterungsstürmen reicht es beim Tierschutzverein Neunkirchen/Saar und Umgebung mit Sitz in Niederlinxweiler dann doch nicht. Die Politik hat einen Tierheim-Vertrag auf den Weg gebracht, um den drohenden Kollaps, wie ihn die Hilferufe des Niederlinxweiler Hofs und des Homburger Ria-Nickel-Tierheims in den vergangenen Monaten befürchten ließen, abzuwenden. Die Kreise steuern Geld zu (je 10 000 Euro), die Gemeinden über eine Kopfpauschale ebenfalls. Alles in allem dürften so an die 140 000 Euro für den laufenden Betrieb zusammenkommen.

Auf chronische Unterfinanzierung hatte der Neunkircher Vereinschef Dirk Walter mehrfach hingewiesen (die SZ berichtete). Und im gleichen Atemzug darauf aufmerksam gemacht, dass für die Unterbringung von herrenlosen Tieren, die regelmäßig im Tierheim landen, eigentlich die Gemeinden zuständig sind. Für eine auskömmliche Finanzierung, so Walter, wollten die sich allerdings nicht festlegen lassen. Walter ist derzeit in Urlaub. Der zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, Wolfgang Schuh, sagt zu der jetzt getroffenen Vereinbarung: "Ein Anfang ist gemacht. Wir müssen jetzt mal abwarten, wie es weitergeht." Er sieht die Diskussion auf einem guten Weg. Aber euphorisch klingen seine Worte nicht.

Die Kreise Neunkirchen, St. Wendel und Saarpfalz haben sich gemeinsam mit den 22 Kommunen in diesem Einzuggebiet auf einen Vertrag verständigt. Der Neunkircher Landrat Meng, heißt es aus dem Landratsamt in Ottweiler, hatte die Verhandlungen zwischen öffentlicher Hand und Tierschützern geführt. Die drei Kreise haben in Ottweiler den Vertrag unterschrieben. Die 22 beteiligten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sollen in diesen Tagen folgen. Wobei der Kreis seinerseits auf die Verantwortung der Gemeinden hinweist, er selbst engagiere sich freiwillig. Landrat Sören Meng: "Der geschlossene Vertrag ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der beiden Tierheime. Hiermit würdigt die kommunale Seite die Arbeit der Tierheime und bekennt sich zum Tierschutz." Die Vereinbarung nennt er zudem ein "gutes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit". Neben dem Geld der Kreise sind die Kommunen mit "bis zu 30 Cent pro Einwohner" im Boot, wie es in der Pressemitteilung heißt. Auch in den Ministerien wird über einen Zuschuss nachgedacht.

Das klingt zunächst gut. Aber Tierschützer Wolfgang Schuh vom Linxweiler Hof weist darauf hin, dass in dem beispielgebenden Konsortialvertrag, wie er schon für das Tierheim Dillingen besteht, 90 Cent pro Einwohner gezahlt würden. Er hofft, dass in den weiteren Gesprächen für die Tierheim-Finanzierung im kommenden Jahr die aktuell 30 Cent aufgestockt werden. Schuh: "Das Tierheim kostet viel Geld. Ohne die Ehrenamtlichen geht gar nichts." Auf dem Niederlinxweiler Hof etwa müsste am Hundehaus einiges umgebaut werden. Auch das Wohnhaus bedürfe einer Sanierung. Die Sorgen bleiben.

Zum Thema:

Existenzsicherung der Tierheime Mit der Vereinbarung unterstützen die Kreise St. Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz sowie die dazugehörigen Kommunen die Tierheime in Niederlinxweiler und Homburg. In deren Einzugsgebiet leben 377 000 Menschen. Zum Thema hat sich auch die Ottweiler Landtagsabgeordnete Pia Döring (SPD) geäußert. Sie spricht von einem "ersten Schritt zur Existenzsicherung der Tierheime in Homburg und Niederlinxweiler". Um die aber auf Dauer zu erhalten, bedürfe es mehr, als "nur erste Finanzlücken zu schließen". Die Einigung müsse steigerungsfähig sein.

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