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Vortrag: Revolution im  Junkerhaus 

Vortrag : Revolution im  Junkerhaus 

Ehemaliger Landesarchivdirektor referiert über die Französische Revolution.

Im historischen Junkerhaus in der Eisenbahnstraße in Wellesweiler gibt es am Mittwoch, 18. Oktober, den nächsten Vortrag. Es spricht Wolfgang Hans stein.

Noch aktuell ist die politische Kultur der Französischen Revolution lebendig in der mitreißenden Musik der Marseillaise und dem jährlichen Gedenken an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli. Mit Nationalhymne und Nationalfeiertag bekennt sich die heutige französische Republik zur Revolution und bezieht sich auf die breite revolutionäre Festkultur. Auch im Rheinland ist diese politische Kultur in der Zeit der Zugehörigkeit zu Frankreich eingeführt worden. In der Zeit des Revolutionskrieges wurden die ersten Revolutionsfeste oft als etwas noch nie Dagewesenes bestaunt. In den Jahren 1798 bis 1799 wurden die französischen Nationalfeste dann offiziell eingeführt, was zu einer Serie von 24 Festen in noch nicht einmal zwei Jahren führte, die mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten auf die politischen und gesellschaftlichen Strukturen der Bevölkerung einwirken wollten. Mit dem Staatsstreich von Bonaparte wurden die Feste allerdings zu einfachen Volksfesten entpolitisiert und liefen schließlich mit der Errichtung des Empire in Frankreich wie im französischen Rheinland aus.  

Die Feste waren nicht nur auf die Hauptstadt Paris und die jeweiligen Departementshauptstädte beschränkt, sondern sie wurden auch in allen Kantonshauptorten gefeiert, also im Gebiet des heutigen Saarlandes in Blieskastel, Merzig, Ottweiler, Saarbrücken, St. Arnual, St. Wendel, Wadern und Waldmohr. Darüber hinaus wurden bei bestimmten Anlässen sogar alle Einzelgemeinden mit eingebunden. Diese breite geographische Steuerung, verbunden mit einer starken Reglementierung der Feste erlaubt es, die unterschiedliche Rezeption der Feste vor Ort als ein Raster der politischen Haltung der Bevölkerung zu der französischen Annexion zu lesen. Das Spektrum reicht von engagierter Aufnahme über geschäftsmäßige Abwicklung bis hin zu Verweigerung und Protest.

Der Referent, pensionierter Archivdirektor am Landeshauptarchiv in Koblenz, hat dazu umfang­reiche Text- und Bildquellen ermitteln können, die es ermöglichen, ein anschauliches Bild der damaligen Festkultur und der mit ihr verbundenen politischen Motive zu zeichnen.  

Nichtmitglieder zahlen fünf Euro Eintritt.