Ein wandelndes Geschichtsbuch

An diesem Samstag wird Horst Schwenk 80 Jahre alt. Der Neunkircher hat sich als engagierter Bürger und vor allem als Heimatforscher und -kenner einen Namen gemacht.

. Seine Hartnäckigkeit, um zum Ziel zu gelangen, ist sprichwörtlich. Sein Engagement ist legendär. Allein mit diesen Tugenden konnte Horst Schwenk zu der Persönlichkeit werden, die er heute, achtzigjährig, in Neunkirchen ist: Er ist einer der vielseitigsten Kenner der Neunkircher Vergangenheit. Wohl niemand in Neunkirchen besitzt ein solch geordnetes Bild- und Textarchiv wie er. Horst Schwenk ist das wandelnde Neunkircher Geschichtsbuch und selbstloser Heimatforscher .

Über seinen Werdegang aber weiß man wenig. Zu seinem Achtzigjährigen ließ er hinter seine persönlichen Kulissen blicken. Wo er heute lebt, ist seine Heimat: Die Region Scheib-Steinwald. Hier wurde er am 10. September 1936 geboren. Er gehört demnach zur Kriegsgeneration. Mit Volksschule und dem Einjährigen am Krebsberg schloss er seine Schulzeit ab. Es folgte zügig, wie es sich für einen Neinkeijer gehört, die Lehre zum Betriebselektriker auf dem Eisenwerk, später Ausbildungsmeister in der Lehrwerkstatt und gleichzeitig (typisch Saarländer) der Hausbau im Hasenthal. In die Kette seiner Ausbildungen gehört auch die Meisterprüfung im Elektroinstallateurhandwerk bei der Handwerkskammer des Saarlandes . Diesem Kapitel schloss sich der Besuch der "Akademie der Arbeit" an der Uni des Saarlandes an - Abschluss Praktischer Betriebswirt.

Dazwischen ehelichte er Helga Müller, deren Tod vor einiger Zeit für Horst Schwenk wohl der schmerzlichste Verlust in seinem Leben war. Die beiden Kinder, Michael und Susanne und die vier Enkel sind Opa Schwenks gesamter Stolz.

Als Ergebnis seines Engagements bekam er auch die Auszeichnung für langjährige Tätigkeit im Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes, die Ehrenmedaille für "Verdienste um die Saarwirtschaft."

Wollte man nun seine Verdienste um diverse historische und kommunalpolitische Engagements in Neunkirchen auflisten, würde dieser Bericht zur Litanei. Unter anderem setzte er sich erfolgreich (und hartnäckig) für abschließbare Poller im Hasenthal ein, für den Umbau der unfallträchtigen Scheibstraße, für den Erinnerungshinweis an den Südwestturm des Renaissance-Schlosses in der Irrgartenstraße, für die Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer der Gasexplosion, für die Freilegung der Verbindungstür des Barockschlosses am Mittelrisalit in der Schloßstrasse und nicht zu vergessen, sein Engagement für die Errichtung einer Replik des Karcherbrunnens auf dem Oberen Markt. Kein Wunder, dass er auch der leidenschaftlichste Gründer des Historischen Vereins ist.

Wenn Neunkirchens ehemaliger Oberbürgermeister Friedrich Decker ihn einmal als "Terrier" bezeichnet hat, so hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Als Achtzigjähriger aber will Horst Schwenk noch nicht zurückstecken. Er hat noch viele Pläne.