Mit 60 Musikern um die Welt

Sie starteten im Saarland und entführten ihre Zuhörer dann auf eine Reise voller Klänge aus aller Herren Länder: Die Musiker von Stadt-Land-Plus überzeugten im Big Eppel mit einer ebenso kreativen wie vielseitigen Darbietung.

Guter Klang mal zwei macht besonders vollen guten Klang. Gut, vielleicht nicht immer, sicher aber im Fall des Musikvereins Bubach-Calmesweiler und der Stadtkapelle Neunkirchen, die sich zum Projektorchester Stadt-Land-Plus zusammen geschlossen haben. Harmonisch und dicht setzte dieses am Samstag im Eppelborner Big Eppel zu seiner musikalischen Reiseerzählung "Von Ländern und Leuten" an, unter Leitung von Jörg Graf.

Los ging es selbstverständlich im Saarland, mit dem Festmarsch des einheimischen Thomas Becker. Weiter führte der Weg unter anderem nach Italien, England und Schottland. Sogar Internationalität in einem Stück schafften die 60 Musiker . "Sie hören jetzt von einem saarländischen Orchester ein italienisches Lied in japanischer Bearbeitung", sagte Moderatorin Gudrun Schomer. "Musik ist eben die einzig wahre Weltsprache." Mit ihrer Stimme wie aus dem Hörbuch verstand sie es, Hintergrund-Infos nicht nur nebenbei zu liefern, sondern in schöne Erzählungen zu verpacken. So auch die Geschichte der Seilbahn am Vesuv, zu deren Eröffnung Luigi Denza Funiculi-Funicula komponiert hatte, das im Arrangement von Yo Goto erklang. Die Seilbahn erschien dabei auf der Leinwand auf der Bühne, abgelöst von Eindrücken italienischer Landschaften. Festlich und doch irgendwie komisch erklang die "Serenade for Wind Band" - durchaus gewollt. Denn Derek Bourgeois hatte sie für seine Hochzeit geschrieben, mit der Absicht, den aufgebrezelten Gästen den feierlichen Ausmarsch im 2/4-Takt zu verweigern. Und stattdessen zuzusehen, wie sie im 11/8- und 13/8-Takt nach einem passenden Schritttempo suchen. Fesselnd hingegen "Children of Sanchez" mit einer ganzen Bandbreite an Emotionen - von mexikanischer Feurigkeit und Verwegenheit bis hin zu Melancholie. "Highland Cathedral", "New York, New York" und weitere Stücke ließen die gut 300 Besucher applaudieren - insbesondere auch den Solisten Alexander Fritze (Gesang), Klaus Bock (Fügelhorn) und Jörg Eberhard (Saxophon).

Mit dem Konzert in Eppelborn und einem früheren in Neunkirchen ist der Projektzusammenschluss eigentlich beendet, doch, wie der Vorsitzende des Musikvereins Bubach-Calmesweiler, Michael Zawar erklärt, soll "Stadt-Land-Plus" weiterleben. "Schon mehrfach haben Musiker diesen Wunsch an uns herangetragen." Anfängliche Bedenken wegen zu großem Aufwand hätten sich nicht bewahrheitet. Das Proben mache Laune: "Unsere Orchester waren ja schon lange vor dem Projekt befreundet. Die Chemie stimmt!"