Ein packendes Spiel ohne Sieger

Das Spitzenspiel in der Oberliga zwischen dem FC Wiesbach und dem SV Saar 05 endete am Freitagabend 1:1 (1:1). Die Gäste zeigten vor allem vor der Pause, warum sie bis dato Tabellenzweiter waren. Am Ende war dann die Hertha dem Sieg näher.

Im Prowin-Stadion läuft am Freitagabend die Nachspielzeit des Spitzenspiels der Fußball-Oberliga zwischen dem FC Hertha Wiesbach und dem SV Saar 05 Saarbrücken. Mit der letzten Aktion der Partie schlägt Wiesbachs Verteidiger Michael Fritsch eine Flanke von der rechten Außenbahn in den Strafraum der Gäste. Dort lauert Hertha Mittelfeldmotor Jan Stutz, visiert die linke Tor-Ecke an - doch sein Kopfball streicht haarscharf am Kasten der Gäste vorbei. Sekunden später war Schluss: die packende Begegnung endete vor der stattlichen Kulisse von etwa 800 Zuschauern mit 1:1 (1:1).

Saar 05 zu Beginn besser

Es war ein gerechtes Ergebnis. Denn während der FC Hertha dem Sieg gegen Spielende näher war, hatte der furios gestartete Aufsteiger die erste Halbzeit dominiert. Keine fünf Minuten waren gespielt, als Wiesbachs Mike Baier einen Schuss der Gäste akrobatisch von der Linie holen musste. Die Heimelf hatte wenig später bei einem zu hoch angesetzten Kopfball von Valentin Solovej (10. Minute) zwar eine gute Gelegenheit - doch der Tabellenzweite aus der Landeshauptstadt war zu Beginn die klar bessere Mannschaft.

Wiesbach versuchte den Gegner schon in dessen Hälfte zu attackieren, kam gegen die flinken und ballsicheren Gäste aber meistens einen Schritt zu spät. Saar 05 überlief immer wieder die offensiv stehende Abwehr der Gastgeber und ging durch einen Kopfball von Christian Hertel nach einer Ecke (11. Minute) verdient in Führung. Die Gäste hätten den Vorsprung ausbauen können, doch Hertha-Torwart Rene Paul parierte stark gegen Felix Florsch (13.) und David Seibert (15.). Der Ausgleich fiel dann aus dem Nichts heraus. Nach einem der wenigen konstruktiven Angriffe der Heimelf war Hertha-Stürmer Matthias Krauß im Saarbrücker Strafraum gefoult worden. Kapitän Carsten Ackermann, der trotz Jochbeinbruchs spielte und mit einer Gesichtsmaske aufgelaufen war, verwandelte den fälligen Elfmeter sicher. An den Kräfteverhältnissen auf dem Platz änderte sich dadurch nichts. Mit Glück und Geschick rettete Wiesbach das Unentschieden trotz weiterer Chancen für die Gäste in die Pause.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer dann ein anderes Spiel. Wiesbach stand in der Defensive nun sicher und erspielte sich zunehmend ein Übergewicht im Mittelfeld. Klare Chancen blieben bis auf einen Freistoß-Kracher von Angelo dal Col (58.) aber zunächst aus. Doch in der Schluss-Viertelstunde schwanden bei Saar 05 merklich die Kräfte. Der FC Hertha setzte sich immer öfter über seine rechte Angriffsseite durch und schien dem Führungstreffer nahe. Doch Patrick Ackermann setzte eine Flanke knapp am Tor vorbei (79.). Und Stutz scheiterte mit seinem Kopfball in der Nachspielzeit.

Hertha-Torschütze Carsten Ackermann analysierte nach dem Schlusspfiff: "Dass wir mit dem Unentschieden in die Kabine gegangen sind, war glücklich. In der zweiten Halbzeit haben wir aber nicht mehr viel zugelassen, und in der Schlussphase hatten wir dann mehr zuzusetzen als Saar 05 - das Ergebnis ist gerecht."