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BSM
Der Demokratie-Motor bekommt viel Lob

Musik im Verein hat Einfluss aufs Gemeinwesen.
Musik im Verein hat Einfluss aufs Gemeinwesen. FOTO: picture-alliance/ dpa / Roland Weihrauch
Eppelborn. Bund der Musikvereine traf sich in Eppelborn. Versammlung sucht nach Konzepten für die Zukunft. Von Carolin Merkel

Vertreter aus 65 saarländischen Musikvereinen waren am Samstagnachmittag der Einladung ihres Bundesverbandes Bund Saarländischer Musikvereine (BSM) gefolgt. Im Turnus von drei Jahren tritt das oberste Gremium, die Bundeshauptversammlung, zusammen. Neben den Berichten der Vorstandsmitglieder sowie Informationen über zukünftige Projekte standen im Eppelborner Big Eppel in diesem Jahr wieder Neuwahlen an. Die verliefen, das sei vorab erwähnt, überaus reibungslos, „Wiederwahl“ war das beherrschende Thema, lediglich für den aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Bundesschatzmeister Albert Gillen galt es, einen Nachfolger zu finden.


Zum Einstieg in die umfangreiche Tagesordnung gab es vom Jugendorchester des Musikvereins Steinberg-Deckenhardt unter der Leitung von Hans Norbert Gerhart den musikalischen Auftakt. Nicht nehmen ließ es sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans, die Veranstaltung in seinem Heimat-Landkreis zu besuchen. „Was gibt es Schöneres, als das, was man gerne tut, im Ehrenamt umzusetzen. Für die Gesellschaft ist das von unschätzbarem Wert“, erklärte er. Hans lobte die unermüdliche Arbeit des Verbandes, der sich aktuell um rund 3000 Kinder und Jugendliche in seinen Mitgliedsvereinen bemüht, die für „Zusammenhalt und Respekt“ stehen. „Sie alle tragen einen großen Anteil daran, der unser Saarland so liebenswert macht.“ Als wichtigen Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung bewertete Jürgen Renner, Landtagsabgeordneter der SPD, die Arbeit, die in den Vereinen des BSM getätigt wird. „Zum einen wird der soziale Zusammenhalt gelehrt, zum anderen wird in den Vereinen die Demokratie erfahrbar“, erklärte er. Einen Tipp an alle Vereinsvertreter, um an weitere Fördergelder zu gelangen, gab es vom Landtagsabgeordneten Alwin Theobald, CDU. Er betonte, dass das Landesjugendamt die Aktivitäten bei der Ausbildung von Lehrkräften in den Vereinen, aber auch Freizeitangebote gerne finanziell unterstützt.

Bundespräsident Petry versicherte seinen Gastrednern, dass der Verband auch zukünftig dafür sorge, „dass unsere Orchester im Land dazu beitragen, die Lebensqualität im Saarland zu erhalten“. Aktuell, erläuterte er in seinem Bericht der vergangenen drei Jahre, sind im BSM, der im Jahr 2015 seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, 9500 aktive Mitglieder verzeichnet, wovon 3500 Musikerinnen und Musiker auf den Jugendbereich entfallen. Sein Kerngeschäft, erläuterte Bundesdirigent Bernhard Stopp, liege in den Dirigentenlehrgängen. Nach einem dramatischen Rückgang, konnte er in diesem Jahr wieder einen deutlichen Anstieg bei den Teilnehmerzahlen verzeichnen. Werbung machte Stopp für die Wertungsspiele, erläuterte, dass sie eine Chance für die Orchester bedeuten.



Nicht unerwähnt ließ er aber auch, dass es sicher Vereine gibt, die sich mehr um ihre Spielfähigkeit sorgen. „Wir wollen mit ihnen allen in den Dialog treten, wollen Konzepte entwickeln, den BSM zeugungsfähig machen“, sagte er. Bundesjugendleiter Heinz Seger schließlich blickte im Jugendbereich auf drei erfolgreiche Jahre zurück, mehr als 90 Prozent der Lehrgangsteilnehmer haben ihre Prüfungen bestanden. Einen großen Dank richtete er an die Bank1Saar, die seit vielen Jahren mit dem Robert-Klein-Preis für die Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen sorgt. „Solche Sponsoren würden wir uns mehr wünschen.“ Ein großer Wunsch, das wurde aus den Reihen der Vorstandsmitglieder deutlich, ist die Schaffung der Stelle eines Geschäftsführers. Vieles sei im Ehrenamt einfach nicht möglich, betonte Petry. Fit für die Zukunft will sich der Verband mit dem am Samstag vorgestellten Projekt der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) machen. Vorgestellt wurde das bundesweite Programm „Musik für alle“, das lukrative Fördermöglichkeiten eröffnet.