Bürger machen sich für den Stadtpark in Neunkirchen stark

Grüne Lunge : Bürger machen sich für Stadtpark stark

Die Bürgerinitiative Stadtpark Neunkirchen wehrt sich gegen den Bau einer weiteren Kindertagesstätte dort. Es gebe Alternativen, sagt BI-Sprecher Peter Baranec.

Noch ist nichts beschlossene Sache. Fakt ist aber, dass die Neunkircher Stadtverwaltung angesichts des Mangels an Betreuungsplätzen gerne rasch mit dem Bau einer zusätzlichen Kindertagesstätte beginnen möchte (die SZ berichtete). Ins Visier der Planer ist dabei der Stadtpark geraten, wo es bereits die Kita Regenbogen gibt. Die liegt im unteren Bereich der Grünanlage. Jetzt wird der obere Teil, wo auch der Rosengarten liegt, anvisiert. In unmittelbarer Nachbarschaft der Neunkircher Polizeiinspektion in der Falkenstraße, der Feuer- und Rettungswache könnte die Kita auf städtischem Gelände errichtet werden.

„Nicht mit uns“, sagt die Bürgerinitiative Neunkircher Stadtpark um Tatjana Linn, Mathias Busch und Peter Baranec. Mit der weiteren Verkleinerung des Parks und dem Verschwinden des Rosengartens würde das Wohl der Anwohner und zahlreichen anderen Nutzer der Anlage „existenziell bedroht“. Die SZ hat sich mit Peter Baranec am Hauptzugang des Parks an der doppelseitigen Treppe mit dem Denkmal „Mutter und Kind“ getroffen. Der Stadtpark hat etwas von einem, wenn auch kleinen, englischen Landschaftsgarten. Das Gelände fällt leicht ab, es öffnet sich der Blick über Neunkirchen in Richtung Eberstein. Ein Rundweg mit mehreren Bänken lädt zum Flanieren und Ausruhen ein.

„Würde der obere Bereich zugebaut, wird der Charakter der Grünanlage, die auch Frischluftschneise ist, zerstört“, mein die BI. Schon der Bau der Kita Regenbogen habe den Park viel Substanz gekostet. Was umso ärgerlicher sei, da die Kinder nur einen Teil des großen Freigeländes nutzen könnten. Der andere Teil unterhalb einer Böschung bedürfe einer Extra-Aufsicht, die die Kita nicht stellen könnte. In der Tat ist der untere Geländeteil mit Bändern abgesperrt, was man durch den Gitterzaun gut sehen kann.

Die BI, die für ihr Anliegen bereits Unterschriften von Neunkirchern gesammelt hat, ist nicht gut auf die Neunkircher Stadtverwaltung zu sprechen. Erst habe man Parkplätze neben dem Rosengarten angelegt, nun werde womöglich der Garten nicht mehr gepflegt, um so das Feld für die Baumaßnahme Kita zu bereiten.

Wert legt die BI darauf, selbstverständlich nicht gegen den Bau von Einrichtungen für Kinder zu sein. Es gebe aber durchaus andere Standorte in der Stadt. Der Standort Stadtpark sei ungeeignet, weil es wegen Polizei, Rettungswache und Feuerwehr oft sehr unruhig in diesem Bereich ist. „Das ist doch nichts für Krippenkinder, die schlafen sollen“, meint Baranec. Bevorzugte Alternative der BI sind die Parkplätze am Oberen Markt, auch wenn die Stadt sich damit nicht anfreunden kann. Man könne auch über ein Gelände im Wagwiesental in der Nähe des Sportplatzes nachdenken oder über die Brache oberhalb der Verkehrsschule.

Gegen den Standort Stadtpark spreche auch die Tatsache, dass einen Steinwurf entfernt eine Seniorenresidenz der Kreuznacher Diakonie gebaut werden solle. Auch die dortigen Bewohner bräuchten den Stadtpark, weil dieser auch mit Rollator oder Rollstuhl bequem genutzt werden könne. „Hierher kommen bei gutem Wetter wirklich sehr viele Leute aus dem Viertel. Es wird gebolzt, der Spielplatz ist bestens frequentiert“, bricht Baranec eine Lanze für den Stadtpark, der nach Einschätzung der BI bislang „keine Lobby in Neunkirchen hat“.

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