Wadrill: Fratzenmacher feiern Jubiläumsmatineé

Wadrill : Feier des Jubiläums beginnt mit einer Matinee

Närrisches Jubiläum: Die Fratzenmacher Wadrill gibt es seit 5 x 11 Jahren. Das hat der Verein ganze drei Tage lang groß gefeiert.

Mit viel Prominenz ist der Karnevalsverein (KV) „Die Fratzenmacher“ Wadrill mit einer Festmatineé in das dreitägigen Fest zum 5-x-11-jährigen Bestehen gestartet. Mit dabei waren Schirmherrin Queen Elisabeth II., Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Schlageridol Heino (oder zumindest deren Ebenbilder), ein Führungstrio des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine mit Präsident Hans Werner Strauß an der Spitze sowie Vertreter von Narrenvereinen aus der Umgebung.

Eingeladen hatten der närrische Thronadel mit Prinz Alfred II. und Prinzessin Claudia II. sowie das Kinderprinzenpaar Moritz Schmitt und Melina Marmitt. Durch das närrische Programm führte in bewährter Manier Sitzungspräsident Christian „Festus“ Lauer, diesmal charmant und mit viel Humor unterstützt von der KV-Chefin Ruth Brücker, die zunächst als „AKK“ ihre Gründe darlegte, warum sie nicht Schirmherrin des Jubiläumsfestes werden konnte. Es folgte ein Höhepunkt auf den anderen: Schirmherrin Queen Elisabeth II. („Stumpen“ Max Barth) überbrachte ihre Geburtstagsgrüße, begleitet von zwei Leibwächtern ihrer großen Garde, und überreichte einen Eimer voller Geldscheine, die „AKK“ nicht hatte.

Im Rückblick auf die vielen Jahre im Leben der Fratzenmacher erzählten „Festus“ und Ruth allerlei ulkige Geschichten und Anekdoten. Erste Kappensitzungen gab es bei Kloosen in Gehweiler, es folgten die weiteren auf der Fuurstuff. Im Exil in Wadern mussten einige Jahre lang in Ermangelung einer eigenen Veranstaltungsstätte die Sitzungen stattfinden. Erst ab 2003 wurde in der heimischen Wadrilltal-Narrhalla Faasend gefeiert. Zwei Kappensitzungen mit ausverkaufter Halle und eine Kinderkappensitzung gehen jetzt alljährlich dort über die Bühne.

Alle drei Jahre schlängelt sich ein Rosenmontagszug im Wechsel mit Lockweiler und Wadern durch die Straßen von Wadrill. Am Fetten Donnerstag wird nicht mehr der Narretei gefrönt. Dies war für die Protagonisten ein dunkles Kapitel in der sonst so erfolgreichen Vereinsgeschichte. Mit Prinz Bernd und Prinzessin Nicole wurde in der Session 1994/95 zum VSK-Prinzenpaar des Jahres gekürt. Das Männerballett erntete zahlreiche Preise und Platzierungen bei Turnieren im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

In 55 Jahren wurden 54 Prinzenpaare (1991 fiel die Fastnacht wegen des Golfkrieges aus) gestellt, wobei nach ungeschriebenem Gesetz der Fratzenmacher ein Prinz oder eine Prinzessin kein zweites Mal ins Amt kommen darf.

Und bei der Parade der Prinzenpaare auf der Narrenbühne fehlten nur ganz wenige. Etliche von ihnen waren sogar in den Kostümen von damals gekommen. Büttenredner der Fratzenmacher wie Christian Lauer und Benedikt Seyler zeigten sich in überregionalen Veranstaltungen, vertraten die Fratzenmacher in gekonnten Auftritten und Rollen.

Einblicke in die Statistik gab es auch. 105 Mitglieder zählt der Verein – Mika Johann Lauer ist mit sieben Monaten das jüngste, Lorenz Treitz, eines der Gründungsmitglieder, mit 84 Jahren das älteste. 101 Tänzer werden von zehn Trainerinnen in den unterschiedlichsten Altersgruppen von Garden und Schautänzen trainiert.

„Fastnacht und das Brauchtum Karneval leben in Wadrill, sind ein Mittel- und Höhepunkt im geselligen Leben der Hochwaldstadt Wadern“, sagte VSK-Präsident Strauß. Auch seien die bisherigen Unstimmigkeiten zwischen Fratzenmachern und Verband damit zu den Akten gelegt. Er überreichte als Zeichen des Friedens eine Urkunde, zum Dank und Anerkennung des Vereins für die Verdienste um die Pflege und Erhaltung des fastnachtlichen Brauchtums.

VSK-Präsident Hans Werner Strauß überreicht der Vorsitzenden Ruth Brücker eine Jubiläumsurkunde. Foto: eb

Im Unterhaltungsprogramm schmetterte Schlagerstar Heino, Prinz Eddy aus der Session 1969/70, einige seiner bekanntesten Oldies und Evergreens von der Narrenbühne; viel Beifall, Zugaberufe und Blumen gab es aus dem Publikum für diesen überraschenden Auftritt. Die Minitanzgruppe des KV schlüpfte in Bauarbeiter-Latzhosen mit Helmen und Hammer und bot in ihrem Tanz eindrucksvoll dar, wie geschafft wird. Ein Loblied des Fratzenmacher-Vorstandes auf ihre Chefin Ruth, mehr als einmal elf Jahre jetzt schon in Amt und Würden, rührte sie zu Tränen. Gleich fünf Frauen, Petra Sauer, Monika Weber, Alexander Mörsdorf, Elisabeth Gimmler und Anita Schneider, imitierten den A-Capella-Chor Basta und trugen gestenreich den Song „Domino“ sowie die „Biene Maja“ vor. Die Frohsinnssänger ließen sich nicht lumpen und luden in ihren Matrosenkostümen mit Seemannsliedern zum Schunkeln ein. Letztendlich gab die Band Geandi’s, die in den 80er Jahren beim KV die Kappensitzungen musikalisch befeuert hatte, Kostproben ihres uralten Könnens. Zum Ausklang des Festkommerses stürmten die Gipfelkraxler die Narrenbühne.

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