| 22:16 Uhr

Übergangslösung bis September

Merchingen. Das fröhliche Hallo der Rasselband scheint Nele nicht zu stören. Ganz in sich versunken übt die Kleine ein Flötenstück ein. Derweil trudeln weitere Schützlinge der Kita Merchingen ein - freundlich begrüßt von den Erzieherinnen Ute Kotz, Anna Balle, Tanja Groß und Karin Selzer Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Merchingen. Das fröhliche Hallo der Rasselband scheint Nele nicht zu stören. Ganz in sich versunken übt die Kleine ein Flötenstück ein. Derweil trudeln weitere Schützlinge der Kita Merchingen ein - freundlich begrüßt von den Erzieherinnen Ute Kotz, Anna Balle, Tanja Groß und Karin Selzer. Längst haben sich Kinder und ihre Erzieherinnen im Untergeschoss der Förderschule G Zum Broch eingerichtet - ihrem zweiten Ausweichquartier nach dem verheerenden Feuer im März - verursacht von Brandstiftern. Nur wenige Wochen, nachdem sie im Pfarrheim untergekommen waren, mussten die 39 Kinder und ihre Erzieherinnen erneut umziehen: Verdacht auf Schimmel. Seit Mitte April sind Therapieraum und die Turnhalle der Förderschule G die neue Übergangslösung. "Sie werden es auch bleiben, bis wir Mitte September den neu renovierten Kindergarten beziehen werden", sagt Ute Kotz. Die Idee, bis zum endgültigen Umzug in Containern zu verbringen, sei fallen gelassen worden."Wir können den Kindern in der Förderschule Zum Broch einen höheren Qualitätsstandard bieten als durch die Unterbringung in einem Container", sagt Oberbürgermeister Alfons Lauer auf Anfrage der SZ. Eine Unterbringung in Containern sei nur als Notlösung in Betracht gezogen worden, um die räumliche und organisatorische Belastung für die Förderschule in Grenzen zu halten. "Mittlerweile steht jedoch fest, dass der renovierte Kindergarten Merchingen bereits um den 15. September wieder bezogen werden kann." Ursprünglich habe man damit gerechnet, dass erst der Kindergarten erst Ende des Jahres wieder bezogen werden könne. Somit habe sich der angenommene Zeitraum der Inanspruchnahme der Schule erheblich verkürzt. Da es sich nur um wenige Monate handele, habe sich die Schulleitung einverstanden erklärt, die Räume bis zur Fertigstellung des Kindergartens zur Verfügung zu stellen. Zudem sei die Kita während der Sommerferien drei Wochen geschlossen, und die Kita-Kinder könne während der verbleibenden drei Ferienwochen das Schulgebäude allein nutzen.Daher wäre es "vollkommen absurd" gewesen, Container für insgesamt 35 000 Euro anzumieten, meint der OB. Hinzu kämen die Kosten für die Herstellung eines "neuen" Parkplatzes an der Kreisförderschule. Die beziffert der OB auf mindestens 12 000 Euro. Auch der Abbau der Container im Nachhinein hätte die Ausgaben weiter in die Höhe gedrückt. Somit sei die Übergangslösung in der Förderschule das Vernünftigste. Auch Schulleitung, Schulträger und Landesjugendamt, mit denen diese Vorgehensweise abgestimmt worden sei, seien gleicher Meinung. Elternvertretung und Eltern, die in einem Elternbrief sowie im Elternabend informiert worden seien, sähen dies genau so.




Auf einen BlickAuch mit der Versicherung habe die Stadt Merzig diskutiert, welches die beste und sinnvollste Lösung für die vorübergehende Betreuung der Merchinger Kinder ist. Zudem sei die Frage geklärt worden, in welchem Umfang Kosten für die vorübergehend notwendige Unterbringung übernommen werden. Das teilte die Pressestelle der Kreisstadt Merzig auf SZ-Anfrage mit. Übliche Lösung in solchen Fällen sei die Unterbringung in anderen Kindergärten des Trägers und die Einrichtung von Fahrdiensten. Allenfalls denkbar sei die Übernahme von Kosten für die Anmietung von adäquaten Ersatzräumen. Kosten, wie sie die zunächst angedachte Containerlösung verursacht hätte, wären in keinem Fall übernommen worden, teilte die Pressestelle weiter mit. mst