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Ein Metermaß zum Abschied

Saarhölzbach. Der Baumeter zum Abschied lässt Architekt Peter Barth in der Sympathie-Skala bei den 34 Kindern ganz nach oben schnellen. Vor allem die Jungs probieren das Abschiedspräsent sofort aus - messen Ecken und Länge in dem Saarhölzbacher Kindergarten. Noch ist der ein Rohbau Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Saarhölzbach. Der Baumeter zum Abschied lässt Architekt Peter Barth in der Sympathie-Skala bei den 34 Kindern ganz nach oben schnellen. Vor allem die Jungs probieren das Abschiedspräsent sofort aus - messen Ecken und Länge in dem Saarhölzbacher Kindergarten. Noch ist der ein Rohbau. Doch Tim, Leon, Max und all die anderen machen sich mit ihren Erzieherinnen schon mal ein Bild von ihrem künftigen Domizil. Zur Zeit haben die Mädchen und Jungen Unterschlupf im Kindergarten in der Mettlacher Bahnhofstraße gefunden. Und Zuwachs wird die muntere Rasselbande mit ihrem Einzug ebenfalls erwarten: Die Komplett-Sanierung nach dem Feuer Ende Dezember hat die Gemeinde genutzt, um den Kindergarten um Krippenplätze zu erweitern. Fünf Kleinkinder sollen hier betreut werden - so sieht der Plan aus. Ein eigener Raum wurde dafür ausgebaut, ebenso ein Bad und ein Wickelraum. Und im Foyer wird eine gemütliche Essecke für die Kita-Schützlinge eingerichtet, wie der Architekt erläutert. Gut 100 000 Euro soll dies kosten - Geld, das sich Bund, Land, Kreis und Gemeinde teilen, wie es aus dem Mettlacher Rathaus heißt. Spätestens nach den großen Ferien soll der Saarhölzbacher Nachwuchs in dem neuen Haus wieder Einzug halten - gut ein Dreivierteljahr nach dem Brand. Ein technischer Defekt hatte kurz vor Weihnachten ein Feuer ausgelöst und alles in Schutt und Asche gelegt. Unmittelbar nach dem Brand stand für Mettlachs Bürgermeisterin Judith Thieser fest: Das Gebäude wird wieder aufgebaut - und zwar mit Krippenplätzen. Noch beherrschen Arbeiten das Gebäude in der Kirchenstraße 1. Auf rund 200 000 Euro werden die Kosten geschätzt - Geld, das die Versicherung trage, wie Architekt und die Verantwortlichen aus der Gemeindeverwaltung schätzen. Die neue Sanitäranlage ist schon gefliest - ein Wunsch von Kindergartenleiterin Marion Letsch, wie Peter Barth sagt. "Es wäre Unsinn gewesen, das Bad nicht mit zu machen." Schließlich wäre seine Sanierung in nächster Zeit fällig gewesen. Toiletten und Waschbecken werden in Kürze eingebaut, wie Barth ergänzt. Ein Büro für die Kita-Leiterin soll es geben, ebenso ein Zimmer für die Erzieherinnen und einen zusätzlichen Abstellraum. "Zudem wurden an den Außenwänden Wärmedämmungen angebracht", erläutert Barth, Architekt und Bauleiter gleichzeitig, weitere Arbeiten. Akustik-Decken sollen ebenfalls eingezogen werden. "Die Lautstärkenwahrnehmung wird deutlich reduziert", nennt Barth einen Vorteil. Eric, David, Felix, Yannis, Samira, Ariane und Niclas samt ihren Erzieherinnen Christiane Kiefer, Inge Stahl, Gisela Klein und Evelyn Thieser schauen sich in dem Bau um, stellen Fragen, begutachten den Fortschritt der Arbeiten. Und nach der Besichtigung nehmen die Jungen und Mädchen die Spielgeräte im Außenbereich in Besitz - natürlich mit dem Baumeter, dem Abschiedsgeschenk des Architekten.