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Hochwasser
Land unter an der Obermosel

Bei Nennig bekommt man einen Eindruck davon, wie hoch die Mosel jüngst wieder über die Ufer getreten ist.
Bei Nennig bekommt man einen Eindruck davon, wie hoch die Mosel jüngst wieder über die Ufer getreten ist. FOTO: Ruppenthal
Schengen/Remich/Nennig. „Land unter“ im Dreiländereck: Während das Hochwasser an den kleineren Bächen des Landkreises bereits wieder zurückging, verzeichnete man an der Mosel weiter steigende Pegel. In Schengen war wieder einmal die N 10, die Ufer-Straße, überflutet und deshalb auch voll gesperrt. Von Rolf Ruppenthal

Wer die Sperrungen nicht beachtet, leichtfertig und übermütig das Hochwasser durchfährt, kann schnell eine böse Überraschung erleben, denn das Wasser ist tiefer als vermutet. Und das Abschleppen eines „abgesoffenen“ Fahrzeuges kann teuer werden, die Schäden durch das Wasser gar nicht eingerechnet.


„Europa“ säuft ab“, meinte ein Anlieger spöttisch angesichts des im Wasser stehenden Europa-Denkmals nur wenig Meter Luftlinie von der berühmten Schengener Moselbrücke entfernt. Auch die Straßenverbindung ins nahe französische Contz vorbei am Europa-Museum und dem Tourismus-Büro auf dem Beton-Schiff steht unter Wasser.

Etwas härter hat es wieder einmal Remich getroffen. Marktplatz, Uferpromenade, der Busbahnhof und die Verbindungsstraße nach Schengen sind kräftig überflutet. Bei etlichen Häusern nahe der Mosel steht das Wasser auch im Keller. Mit Sandsäcken versuchten die Anlieger das Schlimmste zu verhindern. Die Schwäne haben allerdings „ihren Spaß“. Sie passieren in aller Gemütsruhe Straßen und Überwege, - allerdings nicht zu Fuß, sondern schwimmend und inspizieren dabei die Eingangsbereiche der Anrainer-Häuser.



Auf saarländischer Seite sind im wesentlich nur Wiesenflächen betroffen. Einzelne Uferbereiche haben sich in große Seen verwandelt und der ein oder andere kleine Wasserfall ist entstanden. Allerdings ist auch der frühzeitig geräumte Campingplatz fast in seiner kompletten Größe überflutet. Hochwasser gibt es auch an der Saar auf dem rheinland-pfälzischen Abschnitt bis zur Mündung bei Konz in die Mosel.

Wie bei Serrig stehen vielerorts die Uferbereiche unter Wasser. In den meisten Fällen sind allerdings nur die Uferwiesen betroffen. Zu allem Überfluss gab es am Samstag nur vormittags eine kurze Regenpause. Am Nachmittag regnete es dann wieder zeit- und stellenweise heftig.

Nachdem der Sonntag über weite Strecken trocken blieb, für Montag sogar eine Wetterbesserung und zeitweise Sonnenschein vorausgesagt ist, hofft man am Fluss nun auf einen schnellen Rückgang des Hochwassers. Dann beginnt in den betroffenen Bereichen wieder einmal das Großreinemachen nach der großen Flut.