Dreierpack der Extraklasse

Mettlach. Ein Raunen ging durch das Publikum im Refektorium der Alten Abtei. Das, was die Musiker des Saguaro Piano Trios da am vergangenen Sonntag präsentierten, war inspirierte Klassik vom Feinsten

Mettlach. Ein Raunen ging durch das Publikum im Refektorium der Alten Abtei. Das, was die Musiker des Saguaro Piano Trios da am vergangenen Sonntag präsentierten, war inspirierte Klassik vom Feinsten. Technisch anspruchsvoll beim Ravel, herrlich spielerisch gelöste Partien im Beethoven und ein wunderbar gemeinsames Aufbäumen im Melodiereigen beim Brahms - was wollte man mehr? Doch spätestens mit einem kurzen Blick in das Programm hätte man schon allein von der herausragenden Erfahrung der drei Musiker als Solisten und Ensemblemusiker erahnen können, was das junge Trio zu leisten im Stande ist. Zwar merkte man dem Ensemble auch an, dass die aufgeführten Werke längst zum festen Repertoire gehörten, aber die Vielschichtigkeit und die präzise Abstimmung ohne große Gestik und Augenkontakt machten den Konzertmorgen zu einem besonderen Ereignis.Die Zeit vergessenZunächst aber überraschte die Klanggestaltung. Zwar war im Saal wie üblich der Klang des Klaviers deutlich dumpf-dominant, aber sowohl Luanne Homzy (Violine) als auch Peter Myers (Cello) wussten sich mit Akzenten gegen John Cheng durchzusetzen. Auch schien es, als sei die sonst bei neueren Ton-Aufnahmen so extrem betonten Bässe durch einen zeithistorisch korrekten Umgang der Klangvorstellung korrigiert worden. Schon bei Beethovens Klaviertrio G-Dur op.1 Nr.2 vergaß man die Zeit. Abwechslungsreich führten die Musiker das Publikum durch die Stimmungswelten des Werks. Zwar mögen Experten sich in den Wiederholungen neue Betonungen gewünscht haben, letztlich aber blieb der Gesamteindruck umso klarer. Das deutlich romantischere Brahms-Trio Nr. 3 in c-moll op. 102 überzeugte dann durch das klare Bekenntnis zur kräftigen gemeinsamen Führung und die schöpferische Kraft einer bis ins Kleinste zusammen ausgeführten Interpretation. Lediglich im technisch äußerst anspruchsvollen Ravel-Trio nach der Pause meinte man ein, zwei kleine Schwachstellen herauszuhören. Das aber trübte den Gesamteindruck keinesfalls. Zu Recht gab es viel Applaus der Zuhörer und die Musiker ließen sich nicht lange zu einer Zugabe bitten. Im zehnten Konzert der Kammermusiktage erfreut am nächsten Sonntag um 11 Uhr der Solo-Cellist Danjulo Ishizaka das Publikum. Freunde der Einspielungen von Yo-Yo Ma oder Rostropowitsch können sich schon mal den Termin vormerken. Ishizaka spielt aus den Bach-Solosuiten, sondern auch Violoncello-Werke von Benjamin Britten und Krysztof Penderecki. Karten gibt es unter Tel. (0 68 61) 9 91 00.www.musik-theater.de