"Ausweichquartiere müssen her!"

Orscholz. Den Wunsch der Eltern von Orscholzer Grundschulkindern hat das saarländische Bildungsministerium erfüllt. Künftig wird es vier statt bislang drei Gruppen an der Freiwilligen Ganztagsschule geben. Das hat das Ministerium auf Anfrage der SZ bestätigt. Mit einer Unterschriftenaktion und einem Brief an Bildungsminister Klaus Kessler hatten Väter und Mütter um eine Aufstockung gebeten

Orscholz. Den Wunsch der Eltern von Orscholzer Grundschulkindern hat das saarländische Bildungsministerium erfüllt. Künftig wird es vier statt bislang drei Gruppen an der Freiwilligen Ganztagsschule geben. Das hat das Ministerium auf Anfrage der SZ bestätigt. Mit einer Unterschriftenaktion und einem Brief an Bildungsminister Klaus Kessler hatten Väter und Mütter um eine Aufstockung gebeten. "Gut 70 Kinder sind es schon, die im kommenden Schuljahr vom Roten Kreuz betreut werden", schätzen Christoph Kiefer und Sabine Thal. "Und im Jahr darauf dürften es an die 100 sein - wenn nicht noch mehr." Denn die Ankündigung der Jamaika-Koalition, die Ganztagsschule kostenlos anzubieten, löst nach Ansicht der Orscholzer einen Andrang aus."Bei den stets steigenden Zahlen muss ein kontinuierlicher Aufbau und Ausbau der Ganztagsschule gewährleistet werden", ergänzt Jennifer Kiefer. Vor allem berufstätige Eltern müssen sich auf die Betreuung ihres Nachwuchses in einer Freiwilligen Ganztagsschule verlassen, wie Nunzia Dillhöfer und Manuela Zippel ergänzen. "Der Träger, das Rote Kreuz, hat sich auf unsere Seite gestellt und den Antrag unterstützt", sagen sie. Eines steht für die Eltern fest: Ausweichquartiere müssen her. Das Kleinschulgebäude, für 1,1 Millionen in unmittelbarer Nachbarschaft der Grundschule errichtet und 2007 eingeweiht, platzt jetzt schon aus allen Nähten. "Von der Seite der Schulleitung hat man uns bereits vor den Ferien Räume zugesagt, die nur für die Nachmittagsbetreuung eingerichtet werden", sagen die fünf Orscholzer - eine Forderung des Bildungsministeriums. Mit Mahlzeiten in zwei Schichten rechnen sie - eine Gruppe um 12.45 Uhr, eine weitere um 13.30 Uhr. Was die Eltern nicht verstehen: "Warum haben die Verantwortlichen vor dem Bau des so genannten Kleinschulgebäudes sich nicht am künftigen Bedarf orientiert und einmal mit Eltern von Kindergartenkindern gesprochen? Es ist seit Jahren bekannt, dass wir ein Ort sind, der wächst."Derweil sinnt man im Mettlacher Rathaus auf Abhilfe wegen des Platzmangels in der Ganztagsbetreuung. Für Hermann Kiefer, Mettlachs ersten Beigeordneten, steht außer Frage: Die kostenfreie Ganztagsbetreuung ist pädagogisch wertvoll. In Rage allerdings bringt den Kommunalpolitiker, der zurzeit die Aufgaben des Bürgermeisters übernimmt: "Warum werden solche bildungspolitischen Maßnahmen mit den saarländischen Gemeinden als Grundschulträger nicht abgestimmt?" In Orscholz muss nach seiner Darstellung ein benötigter Klassenraum im Obergeschoss der ehemaligen Lehrerwohnung teuer hergerichtet werden - für die Ganztagsbetreuung. Doch das reicht nach seiner Darstellung nicht aus. "Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir das Problem lösen, das wir nicht verursacht haben." Die Grundschule in Weiten wieder einzubinden, könnte eine Lösung sein. "Klassen werden ausgelagert, um Platz zu schaffen. Aber wie wird diese Betreuung in Weiten gelöst werden können?" Eines steht für ihn fest: "Das so genannte Kleinschulgebäude ist zu klein, sehr unzweckmäßig und zu teuer gebaut worden - für 1,1 Millionen. Ausgelegt für 40 Betreuungsplätze, werden zurzeit 60 Kinder betreut."

Auf einen BlickNach eingehender Prüfung ist die vierte Gruppe nach Darstellung von Erik Harms, Pressesprecher im Bildungsministerium, genehmigt worden. "Die Gemeinde hat uns mitgeteilt, welche Räume zusätzlich für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen", sagte er gestern. Ob es für einen Ausbau der Räumlichkeiten eine finanzielle Unterstützung seitens des Bildungsministerium gibt, ließ er gestern offen. mst