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Einbrecher und Diebe treiben in Bachem ihr Unwesen

Einbrecher und Diebe treiben in Bachem ihr Unwesen

Unbekannte Ganoven haben den Losheimer Ortsteil zurzeit im Visier. „Wir brauchen mehr Polizisten, nicht weniger“, fordert angesichts der Einbrüche, Diebstähle und Sachbeschädigungen Ortsvorsteher Stephan Frank.

Diverse Einbrüche, Diebstähle und Sachbeschädigungen binnen weniger Tage treiben Bachems Ortsvorsteher Stephan Frank die Sorgenfalten auf die Stirn. "Die Täter sind so dreist, sie kommen ganz nahe an die Häuser", klagt er. "Aus einem Auto, das unmittelbar an einem Anwesen geparkt war, wurde Benzin abgezapft. Ein teures Quad, das sein Besitzer in seinem Carport abgestellt hatte, wurde gestohlen", zählt er einige Delikte auf. "Wir brauchen mehr Polizisten , nicht weniger", fordert er angesichts der Unbekannten, die den Losheimer Ortsteil zurzeit wohl im Visier haben. "Was soll das nur werden, wenn die Waderner Polizei regelmäßig von Mitternacht bis sechs Uhr in der Frühe geschlossen ist?", fragt Frank voller Sorge. Denn für Bachem sind die Ordnungshüter aus dem Hochwald zuständig.

Vor wenigen Tagen hatte der Leiter der Waderner Polizeiinspektion wegen chronischer Unterbesetzung die Reißleine gezogen und die Dienststelle in der Hermann-Löns-Straße 9 ab Mitternacht geschlossen. Etwas, was in Zukunft öfter passieren kann.

Grund: die Strukturreform der Saar-Polizei. Die sieht vor, dass landesweit bis 2020 rund 300 Stellen eingespart werden sollen - wegen der Entschuldung der Landesfinanzen. So genannte B-Dienststellen, zu der auch die in Wadern herabgestuft worden ist, können - je nach Dienstplan und Einsatzlage - an einzelnen Wochentagen von Sonntag bis Donnerstag ihre Türen schließen. Dann ist von Mitternacht bis sechs Uhr morgens kein Ordnungshüter vor Ort. Nur ein einsamer Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes hält die Stellung und bewacht das Gebäude (wir berichteten).

Dass Polizisten der A-Dienststellen aus Lebach, St. Wendel oder Merzig für ihre Kollegen aus dem Hochwald Streife fahren, ist für Stephan Frank kein gleichwertiger Ersatz für eine gut ausgestattete Polizeidienststelle. "Die Leute haben ohnehin schon genug zu tun. Dann bürdet man ihnen noch Zusatzarbeit auf", kritisiert der Christdemokrat. "Bei den Oberen sollte mit dem Sparen begonnen werden, nicht bei der Polizei . Die wird dringend gebraucht", urteilt er mit Blick auf die Straftaten, die sich zurzeit in seinem Ort häufen. "Ins Hundeheim ist kürzlich eingebrochen worden. Danach ist die Plane eines Anhängers der Motorsportfreunde aufgerissen worden, und der Anhänger wurde ausgeräumt. Zuvor hatten die Unbekannten die Bewegungsmelder abmontiert", zählt er auf. "Jetzt haben Unbekannte das Sportlerheim in Rimlingen heimgesucht." Frank ist sich sicher: Mit einer schlagkräftigen Polizei würden sich diese Straftaten nicht häufen.

Die Einschätzung teilt er mit Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler. Der Verwaltungschef hatte gegenüber der SZ erklärt, die Herabstufung der Inspektion mit der Option der Schließung in der Nacht sei ein unhaltbarer Zustand. "Der Hochwald braucht nicht weniger Polizisten , sondern mehr", hatte Jochen Kuttler bekräftigt. Und eine ähnliche Sorge wie Stephan Frank geäußert: "Polizisten werden in absehbarer Zukunft im Hochwald Seltenheitswert haben."