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Zertifizierung: Gute Noten für Gemeindeforst Beckingen

Zertifizierung : Gute Noten für Gemeindeforst Beckingen

Fachleute drücken dem Wald, seit Generationen nachhaltig bewirtschaftet, einen weltweit anerkannten TÜV-Stempel auf.

 Die Beckinger Kommunalpolitiker und Bürger  können zu recht stolz auf ihre Gemeinde sein, die nach einem kürzlich in der SZ unter der Überschrift „In Beckingen steckt am meisten Saarland“ erschienenen Artikel mit 46 Prozent Waldfläche, 22 Prozent Wiesen und Weiden und 16 Prozent nicht durchgängiger städtischer Prägung die typischste im Saarland ist. Daran sieht man den großen Anteil der vorhandenen Waldflächen, die dem Gemeindeförster Wolfgang Müller sehr am Herzen liegen.

Der Forstoberamtsrat leitet seit 35 Jahren mit großem Geschick und Umsicht den Forstbetrieb der Gemeinde Beckingen, die ihren  Wald seit Generationen auf nachhaltige Weise bewirtschaftet. Müller ist zuständig für 1140 Hektar gemeindeeigenen Wald und 60 Hektar private Waldflächen.

 Da gibt es einiges zu tun, denn der Betrieb muss entsprechend den gesetzlichen und wirtschaftlichen Vorgaben, zu denen auch die zu erstellenden Forstwirtschaftspläne gehören, ablaufen. „Seit dem Jahr 2004 ist unser Waldbesitz nach den strengen PEFC-Standarts zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung zertifiziert“, erklärt Müller.

Wie er berichtet, ist PEFC  die größte Institution zur Sicherstellung einer nachhaltigen Forstwirtschaft durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Renomierte Zertifizierer kontrollieren regelmäßig die Einhaltung der Vorgaben.

Nun war zum dritten Mal der Beckinger Wald zur Besichtigung durch die DIN Certco, einer Gesellschaft des TÜV Rheinland als Partner für alle Aspekte der Konfirmationsbewertung, zwecks erneuter Zertifizierung an der Reihe. Forstoberamtsrat Müller begrüßte hierzu kürzlich zu dem dazugehörenden Waldaudit als Gutachter den Diplom Forstwirt Hendrik von Riewel. Dieser machte sich vor Ort ein Bild über die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und die vorbildliche Arbeit des  Beckinger Forstbetriebs.

Zunächst schaute er sich im Büro von Gemeindeförster Müller um, wo er eine exakte Aktenführung vorfand. Anschließend ging es zu verschiedenen Stellen im Wald. Dort gab Müller zu den vom Gutachter gestellten Fragen eingehende Erläuterungen und weitere relevante Informationen. Nach erfolgreichem Ergebnis darf sich Beckingen nun auch weiter mit dem PEFC-Zertifikat schmücken. Die Abkürzung steht für die Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“.

Dies ist ein Programm und ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Ökonomische, ökologische und soziale Standards werden länderübergreifend dokumentiert und verbessert – eine Art weltweiter Wald-TÜV.

Sie müssen den Grundsätzen einer naturnahen Waldbewirtschaftung entsprechen. Zu diesen  gehört unter anderem Mischwaldbestände aus standortgerechten Baumarten zu erhalten oder aufzubauen, Kahlschläge grundsätzlich  zu unterlassen, Waldböden nur auf Holzrückwegen zu befahren  und Totholz zum Schutz der biologischen Vielfalt in angemessenem Umfang zu erhalten. Aber auch die Erholungsfunktion, die Jagd und der ästhetische Wert des Waldes werden bei der Waldbewirtschaftung berücksichtigt. Bürgermeister Thomas Collmann, der es sich nicht nehmen ließ,  zu einem Besichtigungstermin zu kommen, zeigte sich über die erneute Zertifizierung des Beckinger Waldes, den er bestens kennt und schätzt, sehr erfreut.  Er dankte dem Förster für dessen außerordentliches Engagement, das zum wiederholten Male belohnt wurde.