1. Saarland

Lokalmatadoren waren nicht zu schlagen

Lokalmatadoren waren nicht zu schlagen

Elm. Am Ende strahlte Bernd Bauer zufrieden. Doch für den Vorsitzenden der Saarländischen Taekwondo Union und seine Helfer war die Organisation der dritten offenen Saarlandmeisterschaften in Elm ein unerwartet stressiges Unterfangen. "Zuerst hat uns unter der Woche der Kampfarzt abgesagt, und wir konnten erst praktisch in letzter Minute Ersatz finden", sagt Bauer

Elm. Am Ende strahlte Bernd Bauer zufrieden. Doch für den Vorsitzenden der Saarländischen Taekwondo Union und seine Helfer war die Organisation der dritten offenen Saarlandmeisterschaften in Elm ein unerwartet stressiges Unterfangen. "Zuerst hat uns unter der Woche der Kampfarzt abgesagt, und wir konnten erst praktisch in letzter Minute Ersatz finden", sagt Bauer. "Dann standen nach dem infernalischen Regen am Samstag Teile der Halle unter Wasser. Dann legte ein Motorschaden den Bus unserer Gäste aus der Normandie lahm, die somit leider nicht antreten konnten."

Trotz aller Widrigkeiten sahen die rund 300 Zuschauer abwechslungsreiche und spannenden Kämpfe der rund 150 Starter in den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen. "Leider haben wir insgesamt weniger Teilnehmer als im Vorjahr", gestand Bauer, "aber dafür kommen über 50 davon aus saarländischen Vereinen." Etwa 600 Sportlerinnen und Sportler sind in sechs Vereinen organisiert. Die Hochburgen der asiatischen Kampfkunst im Saarland sind Elm und Lebach.

Der 16-jährige Markus Krein vom TKD Elm holte sich vor einigen Wochen den zweiten Platz bei den deutschen Meisterschaften und damit den bislang größten Erfolg für einen Saarländer. In Elm war er wegen einer Verletzung nur als Punktrichter dabei. Dafür startete sein Bruder Alexander erfolgreich bei den Herren bis 72 Kilo. In der zweiten Runde wurde sein Finale gegen Phillip Nossek (Sportschule Merius Trier) beim Stand von 8:0 für den Saarländer abgebrochen. Zu groß war die Dominanz Alexanders, der nun auch bei den deutschen Meisterschaften vorne mitmischen will. Das ist auch das Ziel von Patric Bauer (Elm). In seinem Finale der Jugend, Leistungsklasse 1 bis 48 Kilo, deckte der 13-jährige Schüler seinen Gegner Chai Zina (Trier) mit einer ganzen Flut von Kicks und Schlägen ein. "Ich wollte gleich alles zeigen, nicht lange warten", erklärte Patric. Trefferfläche beim Taekwondo sind Kopf und Rumpf. Sensoren in Helm und Schutzweste übertragen die Stärke der Treffer, erst ab einer bestimmten Joule-Zahl werden Punkte vergeben.

Das Finale der Frauen bis 55 Kilo war eine rein saarländische Angelegenheit. Ramona Spieker (Spitzname Rambo) musste gegen ihre Elmer Vereinskollegin Marie Luise Haas antreten. Die 17-jährige Spieker kam in der ersten Runde zu einem Treffer, danach wurde von beiden viel taktiert. "Wir trainieren zusammen, sind befreundet - es macht keinen Spaß, demjenigen auf die Mappe zu hauen", meinte Ramona. Sie brachte das 1:0 über die Runden, bei der deutschen Meisterschaft wird es schwerer: "In meiner Gewichtsklasse sind viele gute Starterinnen. Da muss man sich anstrengen, um die Vorrunde zu überstehen."

In der Mannschaftswertung holten sich die Gastgeber vom TKD Elm übrigens den Gesamtsieg vor Erbes-Büdesheim und Idar Oberstein. cor