Lästiger Eisberg elegant umschifft

Lästiger Eisberg elegant umschifft

Dudweiler. Es war am Dienstagabend im Bürgerhaus, als ein gewaltiger Eisberg - man könnte auch sagen: das alles entscheidende Thema für 2010 - weiträumig umschifft wurde: der Fortbestand der Bezirksverwaltung und damit der Dudweiler Sonderstatus mit all seinen Dienstleistungen vor Ort. In wenigen Wochen wird darüber erneut verhandelt

Dudweiler. Es war am Dienstagabend im Bürgerhaus, als ein gewaltiger Eisberg - man könnte auch sagen: das alles entscheidende Thema für 2010 - weiträumig umschifft wurde: der Fortbestand der Bezirksverwaltung und damit der Dudweiler Sonderstatus mit all seinen Dienstleistungen vor Ort. In wenigen Wochen wird darüber erneut verhandelt. Denn ein externes, vom Land bezahltes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Landeshauptstadt Saarbrücken ein Einspar-Potenzial von rund 30 Millionen Euro hat.

Die sogenannte Kommission zur Konsolidierung der Stadtfinanzen - ihr gehören neben Oberbürgermeisterin Charlotte Britz auch Vertreter der Stadtratsfraktionen von SPD, Linkspartei, Grünen, FDP und Freien Wählern an - will demnächst Nägel mit Köpfen machen. Und damit auch darüber befinden, was aus der Teil-Eigenständigkeit des Stadtbezirks wird (SZ vom 12. Januar). Anschließend, und zwar Mitte März, soll dann der Stadtrat endgültig über die Kommissionsvorschläge entscheiden.

Zum Neujahrsempfang hatte am Dienstagabend Bezirksbürgermeister Walter Rodermann eingeladen. 340 Einladungen ("Das fängt ja gut an") hatte er verschickt, und so fanden sich etliche Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens ein. Musikalisch umrahmt wurde der festliche Empfang von der Bläserklasse der Gesamtschule Sulzbachtal.

Rodermann ließ, wie gesagt, die harten Fakten der kommunalpolitischen Zukunft in der Schublade. Vielmehr blickte er zurück auf ein Jahr der Jubiläen: 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Dudweiler, 125 Jahre Bienenzuchtverein, 125 Jahre Schützenverein Scheidt, 120 Jahre Gemischter Chor Thalia, 100 Jahre Turmschule und so weiter und so fort.

Rodermann selbst wurde im abgelaufenen Jahr 60 Jahre alt. Statt persönlicher Geschenke bat er um Spenden. So kamen 3360 Euro zusammen, die den fünf Kitas und dem Hort Herrensohr zugute kommen.

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Stellvertretend für herausragende sportliche Leistungen hob der Bezirksbürgermeister die Dudweiler Super-Schwimmerin Julia Niegisch hervor: "Sie hat bei der Jugend-Europameisterschaft mit der 4 x 100-Meter Freistil-Staffel die Goldmedaille gewonnen."

Was derweil das Super-Wahljahr 2009 betrifft, stellte Rodermann in Hinblick auf den Bezirksrat fest, dass "die neuen Ratsmitglieder sehr schnell Boden unter die Füße bekommen haben". In bewährter Sachlichkeit würden sie für das Gemeinwesen gewiss an einem Strang ziehen.

"Dudweiler bewegt sich - mit Mut in die Zukunft", rief der Verwaltungschef im Rathaus dazu auf, sich für das Wohl des Stadtbezirks einzubringen und zu engagieren. Erstmals als Saarbrückens neuer Bürgermeister wurde Ralf Latz in Dudweiler vorstellig. Auch er vermied das Thema Sonderstatus. Hinsichtlich des Sparzwangs meinte er, man müsse sich wohl von "liebgewonnenen Einrichtungen verabschieden". Andererseits "werden wir schauen, dass hier nicht alle Lichter ausgehen".

Für den Verkehrsverein ergriff dessen Präsident Heinz Lackner das Wort. "Passen Sie auf, dass man uns nicht unseren Rodermann klaut! Wenn er weg ist, ist auch unsere Selbstständigkeit weg", brachte schließlich er die Befürchtung zum Ausdruck, dass die Sparbemühungen der Landeshauptstadt (siehe vorn) den Stadtbezirk eiskalt erwischen könnten.

Heinz Lackner gab im Übrigen bekannt, dass er als Präsident des Dudweiler Verkehrsvereins nach zwölf langen Jahren nicht mehr kandidieren wird: "Man muss wissen, wann es Zeit ist abzudanken." Aller Voraussicht nach, so der 68-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung, wird im Mai dieses Jahres der bisherige Vizepräsident, Ralf-Peter Fritz, in der Mitgliederversammlung als sein Nachfolger gewählt. "Passen Sie auf, dass man uns nicht unseren Rodermann klaut!"

Heinz Lackner

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