1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Dudweiler

In Dudweiler brodelt esIn Dudweiler brodelt es

In Dudweiler brodelt esIn Dudweiler brodelt es

Dudweiler. Die Gerüchteküche brodelt in Dudweiler. Mal wieder geht es um den Sonderstatus. Jetzt verdichten sich die Gerüchte, dass die Verwaltung der Landeshauptstadt die Bezirksverwaltung Dudweiler (BVD) ausdünnen will. Zudem soll Bezirksbürgermeister Walter Rodermann (Foto: Iris Maurer) Kompetenzen verlieren

Dudweiler. Die Gerüchteküche brodelt in Dudweiler. Mal wieder geht es um den Sonderstatus. Jetzt verdichten sich die Gerüchte, dass die Verwaltung der Landeshauptstadt die Bezirksverwaltung Dudweiler (BVD) ausdünnen will. Zudem soll Bezirksbürgermeister Walter Rodermann (Foto: Iris Maurer) Kompetenzen verlieren. Ein Mitglied des Bezirksrates, das nicht genannt werden will, sagt: "Wenn der jetzige Bauamtsleiter ausscheidet, soll die Stelle nicht mehr besetzt werden. Zwei Mitarbeiter aus Dudweiler, einer aus dem Bürgeramt, der andere aus dem Rathaus, sollen nach Saarbrücken versetzt werden. Die Mitarbeiter des Bauhofs sollen ihre Anweisungen künftig von Saarbrücken erhalten." Angesprochen auf diese eventuellen Veränderungen, sagt Rodermann: "Das sind alles nur Mutmaßungen." Es stehe fest, dass die Stadt sparen müsse. Und auf der Sparliste stehe auch Dudweiler. Konkrete Vorschläge gebe es seines Wissens aber bisher nicht. Der Erste Bezirksbeigeordnete Jörg Sämann, SPD, stellt klar: "Die Haltung der Dudweiler SPD in Sachen Bezirksverwaltung ist eindeutig: Der Sonderstatus muss erhalten bleiben, so wie er ist." Sämann erinnert daran, dass noch unter dem früheren Bezirksbürgermeister Heinz Schmidt ein Sparpaket mit jährlich 450 000 Euro Einsparungen an Personalkosten in der BVD geschnürt wurde. "Wir hatten in unserem Wahlprogramm die Beibehaltung der dezentralen Strukturen von Dudweiler stehen", erklärt Grünen-Bezirksratsmitglied Sigrun Krack. Daran sollte nicht gerüttelt werden. Solche Strukturen seien einfach bürgerfreundlich. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Bezirksrat, Rainer Dorscheid, sagt: "Natürlich müssen auch wir in Dudweiler über Einsparmöglichkeiten nachdenken. Aber der Sonderstatus muss bleiben." Wer wolle, dass das Saarland selbstständig bleibe, dürfe auch den Sonderstatus von Dudweiler nicht in Frage stellen. Die Haltung der Linken im Dudweiler Bezirksrat bringt die Fraktionsvorsitzende Gabriele Ungers auf den Punkt. "Wir sind für den Erhalt des Sonderstatus." Die Bürgernähe von Dudweiler "würden wir uns auch für die anderen Bezirke wünschen", so Ungers. Der frühere Bezirksbeigeordnete und Fraktionsvorsitzende der FDP im Bezirksrat, Gerd Kiefer, ist ein Mann der klaren Worte. Er sagt: "Die Verantwortlichen in der Saarbrücker Verwaltung haben etwas gegen Dudweiler - und das quer durch alle Parteien." Weiter stellt er klar: "Dudweiler hat eine gewachsene Struktur. Die zu zerstören, ist völliger Schwachsinn." In der jüngsten Bezirksratssitzung waren sich alle Fraktionen einig: Sie wollen jetzt endlich wissen, welche Sparpläne es für Dudweiler gibt. In der Februar-Sitzung soll ein kompetenter Ansprechpartner aus der Stadtverwaltung hierzu Stellung beziehen.

HintergrundDudweiler war früher das "größte Dorf Europas". 1962 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte. Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurde Dudweiler ein Stadtbezirk von Saarbrücken. Allerdings hatten sich bei einer Abstimmung 96,2 Prozent gegen eine Eingemeindung nach Saarbrücken ausgesprochen. Sozusagen als Trostpflaster bekam der neue Bezirk einen Sonderstatus. Dudweiler ist der einzige Stadtbezirk mit hauptamtlichem Bezirksbürgermeister. Zum Sonderstatus gehören ein eigenes Bau- und Standesamt, die Kindergartenbetreuung und der Bauhof. Der Bezirksbürgermeister hat die Dienst- und Fachaufsicht über alle Abteilungen. Das gibt es in den anderen Stadtbezirken mit ehrenamtlichen Bezirksbürgermeistern nicht. ll