1. Saarland

Junge Frau kämpft für mehr Gerechtigkeit

Junge Frau kämpft für mehr Gerechtigkeit

Homburg. Wer kennt sie nicht - die kleine Hexe, deren sehnlichster Wunsch es ist, mit den großen Hexen auf dem Blocksberg herumfliegen zu dürfen und zu ihnen zu gehören? Ausgezeichnet mit dem deutschen Jugendbuchpreis ist die kleine Hexe längst zu einem Klassiker geworden

Homburg. Wer kennt sie nicht - die kleine Hexe, deren sehnlichster Wunsch es ist, mit den großen Hexen auf dem Blocksberg herumfliegen zu dürfen und zu ihnen zu gehören? Ausgezeichnet mit dem deutschen Jugendbuchpreis ist die kleine Hexe längst zu einem Klassiker geworden. Nachdem jetzt Otfried Preußler, der Autor der "Kleinen Hexe" verstarb, brachte das Landestheater Dinkelsbühl nun das Kindertheaterstück auf die Bühne des Homburger Kulturzentrums Saalbau.Unter der Regie von Jörg Schlachter präsentierten die fünf Darsteller in unterschiedlichen Rollen den zahlreichen Kindern aus den umliegenden Grundschulen und Kindergärten, aber auch den Erwachsenen einen Hexenspaß für die ganze Familie. Frech und lustig hüpfte die kleine Hexe (Julia Eckers) mit ihren zerzausten Haaren über die Bühne. Mit ihren 127 Jahren ist sie aber noch viel zu jung, um an dem jedes Jahr in der Walpurgisnacht stattfindenden Hexentanz teilnehmen zu dürfen. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen und die Prüfung vor dem strengen Hexenrat zu bestehen, übte sie täglich bis zu sieben Stunden fleißig die Zaubersprüche aus ihrem großen Hexenbuch. Unterstützt wurde sie vom sprechenden Raben Abraxas (Thorsten Engels), der ja weiß, welch gute Hexe sie ist. Schließlich hatte sie durch ihre Hexereien bei vielen Gelegenheiten schon viel Gutes getan. So half sie unter anderem zwei Frauen, die im Wald nach Reisig suchten, um ihre Stube zu heizen, indem sie einen kräftigen Wind schickte und sie vor dem Förster (Bernd Berleb) schützte oder dem Maronimann (Marina Kopp), den sie von seinem Schnupfen befreite.

Auch dem Papierblumenmädchen stand sie zur Seite. Julia Eckers gab der Figur der kleinen Hexe ein pfiffiges Gesicht und hexte sich in die Herzen der kleinen Zuschauer. Flankiert wurde sie vom Raben Abraxas in Frack und Gamaschen, der sang, tanzte, stolperte und schimpfte und immer wieder seinen Schnabel aufriss. Er bezog die Kinder ins Geschehen mit ein und setzte sich sogar ins Publikum, um auf diese Weise die kleine Hexe bei ihrem Kampf um Gerechtigkeit zu unterstützen. Selbstverständlich meisterte die kleine Hexe die Prüfung. Doch nicht nur von diesen beiden Hauptfiguren lebte das Stück. Auch das bewegliche Bühnenbild trug dazu bei, wenn in der aufklappbaren Kulisse im Handumdrehen aus dem Wald eine Stadt, aus der Baumgruppe ein Hexenhaus und aus der Besenwerkstatt der Blocksberg wurde, wo die Hexen in der Walpurgisnacht ihr Unwesen treiben.

Den Kindern hat die Aufführung gefallen. "Ich möchte auch so hexen können und so zerzauste Haare haben, wie die kleine Hexe", meinte Emelie. "Auf dem Besen fliegen können, das wäre toll", fügte Sarah hinzu.