1. Saarland

Im Schilderwald ist Waldsterben erwünscht

Im Schilderwald ist Waldsterben erwünscht

Kreis Saarlouis. Ohne Verkehrsschilder müsste sich jeder Autofahrer wie beim Autoscooter auf der Kirmes durch die Straßen rempeln. Regeln müssen sein, Zeichen zeigen, wer Vorfahrt hat und wie schnell man fahren darf. Sie weisen enge Gassen als Einbahnstraßen aus und verbieten an gefährlichen Stellen das Halten

Kreis Saarlouis. Ohne Verkehrsschilder müsste sich jeder Autofahrer wie beim Autoscooter auf der Kirmes durch die Straßen rempeln. Regeln müssen sein, Zeichen zeigen, wer Vorfahrt hat und wie schnell man fahren darf. Sie weisen enge Gassen als Einbahnstraßen aus und verbieten an gefährlichen Stellen das Halten. Aber muss alles so sehr reglementiert sein? Die Straßenverkehrsordnung kennt 628 Schilder. Von den rund 20 Millionen Schildern, die bundesweit aufgestellt sind, schätzt der ADAC, ist jedes dritte Schild in Ortschaften überflüssig oder unverständlich. Hinzu kommen Wegweiser, die Ortsunkundige auf den rechten Pfad bringen sollen. Teilweise verwirrendIn ihrer Vielzahl und in allen Farben und Formen sind sie aber oft unübersichtlich oder sogar verwirrend. Das Bundesverkehrsministerium ruft daher die Kommunen auf, ihren Schilderwald zu durchforsten und überflüssige Schilder abzubauen. Dillingen steht kurz davor. Das 2007 erarbeitete Konzept berät der Verkehrsausschuss der Stadt in zwei Wochen. Ab Mai sollen die Änderungen beginnen. "Die Beschilderung soll vereinfacht werden", sagt Bürgermeister Franz-Josef Berg, "Parkplätze deutlicher ausweisen, den Einkaufsbereich der Innenstadt hervorheben." Auch Hotels und Gaststätten sollen einheitlich angeschlagen werden. "Den Anstoß gab, dass Auswärtige die Beschilderung in der Innenstadt als irreführend betrachtet haben", erklärt Berg. "Es muss ein geradliniges Konzept sein, das in den Stadtkern führt. Ich hoffe, dass es weniger und einfacher zu begreifende Schilder werden."Nicht jede Kommune lässt wie Dillingen eine eigene Studie machen, manche hat längst den Überblick verloren, wo welches überflüssige Schild unbeachtet langsam verblasst. Die Saarbrücker Zeitung ruft daher ihre Leserinnen und Leser auf, die Redaktion auf unnötige oder irreführende Beschilderungen im Landkreis Saarlouis hinzuweisen. Sie greift dann die schlagendsten Beispiele auf.Melden Sie uns Kuriositäten und Untaugliches aus dem Schilderwald Ihrer Kommune. Schicken Sie uns eine E-Mail mit Foto und kurzer Beschreibung der Lage an redsls@sz-sb.de oder rufen Sie uns an unter Tel. (06831) 94984-50.