Hüttenarbeiterverein Dillingen löst sich auf

Hüttenarbeiterverein Dillingen löst sich auf

Der Hüttenarbeiterverein Dillingen wird sich nach 99 Jahren zum 30. Juni 2012 auflösen. Das beschloss die Mitgliederversammlung. Denn für Vorsitz und Schriftführung finden sich keine Nachfolger.

Dillingen. Eine Ära geht Mitte des Jahres in Dillingen zu Ende. Der Hüttenarbeiterverein löst sich auf. Der langjährige Vorsitzende, Franz Müller, und Schriftführer Helmut Koch fühlten sich aus altersbedingten und gesundheitlichen Gründen sowie der erste Kassierer Johannes Müller aus beruflichen Gründen nicht mehr in der Lage, den Verein ordnungsgemäß weiterzuführen. Trotz zahlreicher und umfangreicher Bemühungen konnten keine Nachfolger gefunden werden. Der Hüttenarbeiterverein gehört zu den traditionsreichen und sehr aktiven Vereinen der Stadt Dillingen. Mit diesem Verlust geht leider eine Ära zu Ende, was von allen erschienenen Mitgliedern zwar bedauert, aber trotzdem nach ausführlicher Begründung einstimmig beschlossen wurde.Der Hüttenarbeiterverein wurde am 12. September 1912 von Angehörigen der Dillinger Hütte als Solidargemeinschaft gegründet. Zu der damaligen Zeit gab es weder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, noch Krankengeld oder sonstige finanzielle Beihilfen für die oft unverschuldet in Not geratenen Mitglieder. Der Verein leistete in den verschiedensten Notfällen wirksame finanzielle Hilfe und förderte und unterstütze auch das gesellschaftliche Leben.

Mitglieder sehr betagt

Obwohl im vergangenen Jahr sieben Mitglieder verstarben und lediglich eine Person neu dem Verein beitrat, gehören ihm zurzeit noch 127 Mitglieder an. Über 100 Personen haben das Lebensalter von 70 überschritten, 40 davon sind älter als 80, sechs Mitglieder haben sogar die Zahl 90 überschritten. Und das älteste Mitglied des Hüttenarbeitervereins wird in diesem Jahr 97 Jahre alt. Im Sterbefall wurde eine Beihilfe zu den Beerdigungskosten laut Vereinssatzung gezahlt.

Das gesamte Vermögen wird nach Auflösung des Vereins an die noch lebenden Mitglieder ausgezahlt und zwar nach den vom Vorstand im Februar dieses Jahres beschlossenen und in der außerordentlichen Generalversammlung einstimmig genehmigten Regeln. Dabei werden die Mitglieder, die über 25 Jahre dem Verein angehören, den vollen in den Satzungen für den Sterbefall vorgesehenen Betrag erhalten. Alle übrigen Mitglieder, die ebenfalls laut Satzung Anspruch auf ein Sterbegeld haben, erhalten entsprechende Beträge. Da die Frist der vom Verein langfristig angelegten Verträge erst am 30. Juni 2012 abläuft, kann, um Zinsverluste zu vermeiden, die Auszahlung erst nach diesem Termin erfolgen. Die Abwicklung dieser Maßnahme ist dann für den 1. Kassierer seine letzte zeit- und arbeitsaufwändige Amtshandlung.

Positive Bilanz

Zum Abschluss dieser außergewöhnlichen Generalversammlung zog Vorsitzender Müller eine äußerst positive Bilanz, dankte allen Teilnehmern und wünschte ihnen eine gesunde, glückliche und erfolgreiche Zukunft und eine gute Zeit. Dem Vorsitzenden selbst wurde durch einen kräftigen Applaus für seine langjährige, umsichtige und erfolgreiche Vereinsführung gedankt. Trotz Auflösung findet die Vereinsfahrt vom 1. bis 10. August nach Kißlegg im Allgäu statt. Es sind noch einige Plätze frei.

Anmeldung für die Vereinsfahrt unter Telefon (0 68 31) 7 40 41.