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Mehr Entlastung für Pflegekräfte

Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses beteiligten sich am gestrigen Streik. Sie fordern mehr Entlastung für eine optimale Patientenversorgung. Foto: Teresa Bauer
Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses beteiligten sich am gestrigen Streik. Sie fordern mehr Entlastung für eine optimale Patientenversorgung. Foto: Teresa Bauer FOTO: Teresa Bauer
St Ingbert. Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses folgten einem Aufruf Verdis und legten gestern für 24 Stunden die Arbeit nieder. Teresa Bauer

Einen Tag nach der Landtagswahl rief die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter zwölf Saarländischer Kliniken, die nicht mit Verdi über eine Entlastung der Beschäftigten verhandeln wollen und auch Sondierungsgespräche ablehnen, zu einem ganztätigen Streik und einer Kundgebung auf. Auch die Belegschaft des Kreiskrankenhaus St. Ingbert nahm am gestrigen Streik teil und legte ihre Arbeit nieder. Rund 45 Pflegekräfte kämpften für eine Entlastung der Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst aller Bereiche und älterer Beschäftigten. Auch ein Personalpool mit zusätzlichen Stellen sowie ein Konsequenzmanagement, wenn vereinbarte Regelungen nicht eingehalten werden, sollen Themen der Verhandlungen sein. "Es ist wichtig, dass die Patienten besser versorgt sind. Das Personal ist knapp bemessen. Manchmal werden wir nicht fertig. Das sorgt für Unzufriedenheit und psychische Belastung der Pflegekräfte. Die Stationen werden ständig vergrößert, die Anzahl des Personals bleibt allerdings gleich", erklärte Schwester Goly Abedian die Ambitionen, dem Aufruf Verdis zu folgen. Außerdem, so Abedian weiter, hielten viele Kollegen dem Druck nicht mehr Stand und kündigten bereits. Dennoch betonte sie, dass die Forderung Verdis "keine Nacht allein" auf das Kreiskrankenhaus nicht zuträfe, da jede Station zur Nachtzeit immer mit zwei Pflegekräften besetzt sei. Verdis Aufforderung, den Tarifverhandlungen nachzukommen hat die Geschäftsführung wegen fehlender Zuständigkeit zurückgewiesen (wir berichteten). "Das Kreiskrankenhaus St. Ingbert ist tarifgebundenes Mitglied des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar (KAV), der seinerseits Mitglied der Vereinigung der kommunalen Arbeitsgeberverbände (VKA) ist. Tarifverhandlungen und der Abschluss etwaiger Tarifverträge im Zusammenhang mit Regelungen zur Personalbemessung in den Krankenhäusern sind der VKA auf der Bundesebene vorbehalten," erläutert der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Thorsten Eich. Man habe zwar durchaus Verständnis und unterstütze die Bemühungen hinsichtlich einer Entlastung des Personals, aber "wir sind dennoch überrascht über die Vorgehensweise Verdis" die Verantwortung der Verwaltung zu übertragen, so der Prokurist der Gesellschaft, Uwe Kunz. Es seien alle im Rahmen der Mitgliedschaft innerhalb der KAV und VKA möglichen Anforderungen seitens der Klinikleitung umgesetzt worden. Es müsse Druck auf die Gesetzgeber und die Krankenkassen ausgeübt werden. Sofern die Bundesregierung die Krankenkassen hinsichtlich einer Refinanzierung nicht verpflichtet, werden Gespräche mit einzelnen Trägern keine zählbaren Verbesserungen mit sich bringen.



Der Betriebsablauf im Kreiskrankenhaus wurde indes durch den Streik nicht beeinträchtigt. Eine mit Verdi im Vorfeld ausgehandelte Notdienstvereinbarung sowie eine Anpassung der Aufnahmekapazität machte eine reibungslose Patientenbetreuung vor allem in der Notfallversorgung möglich, versicherte Eich: "Durch die Bereitschaft aller Mitarbeiter, Personalvertreter und der Gewerkschaft können wir den Betrieb ohne größere Einschränkungen aufrechterhalten."

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