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Keine endgültigen Informationen

Voll besetzt war die Kleinturnhalle in Rubenheim bei der Info-Veranstaltung. Foto: Erich Schwarz
Voll besetzt war die Kleinturnhalle in Rubenheim bei der Info-Veranstaltung. Foto: Erich Schwarz
Rubenheim. "Das war wie das Hornberger Schießen", kommentierte ein Rubenheimer Besucher die Informationsveranstaltung zur geplanten Erweiterung des Steinbruchs auf dem Hanickel. Tatsächlich wurden viele bekannte Argumente erneut angeführt, sowohl von den Gegnern wie auch von den Befürwortern des Betriebes zum Kalkabbau Von SZ-Mitarbeiter Erich Schwarz

Rubenheim. "Das war wie das Hornberger Schießen", kommentierte ein Rubenheimer Besucher die Informationsveranstaltung zur geplanten Erweiterung des Steinbruchs auf dem Hanickel. Tatsächlich wurden viele bekannte Argumente erneut angeführt, sowohl von den Gegnern wie auch von den Befürwortern des Betriebes zum Kalkabbau. Die Gemeinde Gersheim hatte in die Kleinturnhalle Rubenheim eingeladen zu dieser Informationsveranstaltung, knapp 150 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt. Neben vielen Rubenheimern verfolgten auch etliche Bürger von Nachbargemeinden, darunter der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Kalkabbau, Axel Kammerer aus Wolfersheim, die Diskussion.



Bürgermeister Alexander Rubeck moderierte die Veranstaltung, zu der man sich Experten eingeladen hatte. Zum einen Ulrich Groß, der im Innenministerium für die Landesplanung zuständig ist, zum anderen Michael Wilhelm sowie Thomas Walter vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). Sie erläuterten die bürokratischen Wege und auch Hürden, die das Unternehmen Napru (Naturprodukte Rubenheim) des Ommersheimer Unternehmers Oliver Schmitt nehmen muss, um die Genehmigung für die Erweiterung des Steinbruchs zu erhalten. Neben einem so genannten Zielabweichungsverfahren müssen auch noch ein Raumordnungsverfahren und damit verbunden eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.

Die Experten aus den Ämtern und Ministerien erläuterten genau den Verlauf dieser Verfahren, die zum Teil nicht einmal im Antragsstadium sind. Bisher hat lediglich ein so genanntes Scoping stattgefunden, bei dem sich die im Verfahren beteiligten Institutionen über den Umfang und die Tiefe der Prüfungen einigen und verständigen sollen. Insofern ist das Genehmigungsverfahren noch im Anfangsstadium, man konnte den Interessierten noch keine Details oder Ergebnisse präsentieren. In der sehr regen aber durchweg sachlichen Diskussion wurde bemängelt, dass keine endgültigen Informationen verfügbar waren. Aber die Experten im Podium stellten klar, dass hierfür der Zeitpunkt noch zu früh sei.

Die von den Bürgerinnen und Bürgern aufgegriffenen Problembereiche waren vor allem die Lärm- und Staubentwicklung, das vermeintlich erhöhte Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Straßenschäden sowie die Überwachungspraktiken bei einschlägigen Auflagen. Wobei in der Diskussion erneut die Begrifflichkeiten variierten. Während Steinbruchbetreiber Oliver Schmitt von "rollierender Gewinnung" sprach, bezeichnete Axel Kammerer die Abbauform als "industriellen Kesseltagebau". Dabei wurde von einer potenziellen "Vernichtung erheblicher Grundwerte" gewarnt. In Bezug auf die Lärm- und andere Belästigungen stellte Bürgermeister Alexander Rubeck fest, dass es offensichtlich "sehr subjektive Wahrnehmungen" gebe. Zum Teil wurden im Diskussionsverlauf auch alternative Vorschläge gemacht, den Abbau zuzulassen und dann später die Abbauflächen als Biotope oder sogar als touristische Attraktionen weiter zu vermarkten.