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Stadtrat
Vergrößerter Pfälzer Möbelmarkt weckt Bedenken

St. Ingbert. Bau-Ausschuss des Stadtrates hat hingegen nichts gegen geplante Erweiterung des Globus-Baumarktes in Zweibrücken. Von Cornelia Jung

Zusätzlich zu den bereits bekannten Tagesordnungspunkten im Ausschuss für Baumanagement wurden kurz vor dessen jüngster Sitzung noch zwei weitere Themen zur Diskussion gestellt. Beide betrafen die Stellungnahme der Stadt St. Ingbert zur geplanten Erweiterungen zweier Märkte in Zweibrücken – Globus und Möbel Martin.


Eigentlich schienen es Papiere zum „Durchwinken“ zu sein, denn die Stadtverwaltung hatte bei der Prüfung beider Bauvorhaben empfohlen, keine negative Stellungnahme abzugeben. Während sich die Ausschussmitglieder bei der „Erweiterung des Globus Bau-, Garten- und Getränkefachmarktes“ dieser Meinung auch wegen der eher minimalen Vergrößerung um 1800 Quadratmeter auf dann 19 500 Quadratmeter Verkaufsfläche anschlossen, wollte das Sven Meier (SPD) für die zweite Maßnahme nicht so einfach stehen lassen.

Er folgte nicht den Argumenten der Stadtverwaltung, die Nähe des im Bau befindlichen Möbel-Martin-Marktes am Saarbrücker Osthafen würde in Zukunft eher Einfluss auf St. Ingbert haben. Ihn hielt auch die Vermutung der zuständigen Abteilung, die den Erfolg eines Gegengutachtens zur Verhinderung der Erweiterung eines bestehenden Marktes anzweifelte, nicht vom Vorhaben ab, die Einreichung einer negativen Stellungnahme zu fordern. „Es gab damals eine (…) bei Möbel Martin in Saarbrücken und ich halte es hier umso mehr für geboten, dass wir unsere Bedenken kundtun“, so Meier. Er führte die Größenordnung des Bauvorhabens ins Feld, denn die Verkaufsfläche in der pfälzischen Nachbarschaft wird um fast die Hälfte, von 24 000 auf 35 000 Quadratmeter, zunehmen. An Meiers Meinung änderte es auch nichts, dass in den Erläuterungen der Fachabteilung davon die Rede war, dass allein 9800 Quadratmeter vom Kernsortiment aus Möbel-, Korb-, Kork- und Flechtwaren, Teppichen und Lampen eingenommen wird. Diese Waren würden zu den „nicht Zentren relevanten Sortimenten“ gehören, also denen, die nicht mitten in der City angeboten werden. Auch, dass die Erweiterung im bestehenden Baukörper erfolgen solle, überzeugte den SPD-Fraktionsvorsitzenden nicht.



Allein die geschätzten Zahlen für den Abzug von Kaufkraft aus St. Ingbert dürften ihn zu seinem Schritt bewogen haben. Denn die Umsatzveränderungen in der Mittelstadt wurden bei den Kernsortimenten Möbel in der „Außenstadt“ mit 11,5 Prozent und im Innenstadtbereich mit 6,7 Prozent angegeben. Bei den für die Zentren relevanten Produkten wie Hausrat würden die vermuteten „Umsatzumlenkungen“ mit 1,5 beziehungsweise 0,8 Prozent vergleichsweise gering ausfallen.