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Ortsräte stimmen dem ersten Doppik-Haushalt zu

Limbach. Einen Gezeitenwechsel erlebten die Mitglieder der drei Kirkeler Ortsräte bei ihrer gemeinsamen Sitzung am vergangenen Dienstag im Limbacher Feuerwehrgerätehaus: Der Kämmerer der Gemeinde, Jörg Schwitzgebel, legte den Räten den ersten "doppischen" Haushaltsplan vor

Limbach. Einen Gezeitenwechsel erlebten die Mitglieder der drei Kirkeler Ortsräte bei ihrer gemeinsamen Sitzung am vergangenen Dienstag im Limbacher Feuerwehrgerätehaus: Der Kämmerer der Gemeinde, Jörg Schwitzgebel, legte den Räten den ersten "doppischen" Haushaltsplan vor. Das neue, am kaufmännischen Rechnungswesen orientierte System der kommunalen Haushaltsführung, löst nun die so genannte Kameralistik als Grundlage für die Finanz- und Vermögensverwaltung ab. Organisiert ist das doppische System in drei Komponenten: den Ergebnishaushalt und die Ergebnisrechnung (entspricht in Grundzügen dem alten Verwaltungshaushalt), den Finanzhaushalt und die Finanzrechnung (vergleichbar mit dem Vermögenshaushalt) und die Vermögensrechnung (Bilanz). In einer fast einstündigen Präsentation verdeutlichte Schwitzgebel die wesentlichen Unterschiede der beiden Systeme. Schwitzgebel: "Ziel des doppischen Systems ist es, das so genannte Geldverbrauchskonzept zu einem Ressourcenverbrauchskonzept umzugestalten. Grundlage war die Forderung nach der intergenerativen Gerechtigkeit, das heißt, es sollen in einem Haushaltsjahr nur die Mittel verbraucht, die auch erwirtschaftet werden. So sollen Probleme nicht auf zukünftige Generationen abgewälzt werden." An einem Beispiel dargestellt: Wurde zu Zeiten der Kameralistik Heizöl im Wert von 100 000 Euro gekauft, so führte das zu einer Belastung des Rechnungsergebnis in dieser Höhe. Im doppischen System dagegen schlagen in der Ergebnisrechnung nur die Mengen zu Buche, die tatsächlich im Haushaltsjahr verbraucht werden. "In beiden Rechnungswelten muss ich die 100 000 Euro bezahlen, aber wenn ich nichts verbrauche, dann habe ich nach dem doppischen System keine Belastung des Ergebnishaushaltes. Im kameralen System wäre der Haushalt entsprechend belastet worden, unabhängig davon, ob ich das Heizöl verbrauche oder nicht." Ohne weitere Rückfragen gaben die Ortsräte für den Haushaltsplan grünes Licht. Heute entscheidet der Gemeinderat. thw