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„Lebewesen atmen, Sachen atmen nicht“

Homburg/Bexbach/Kirkel. Gegner der Wärmedämmung argumentieren oft, danach könne das Haus nicht mehr atmen. Die Verbraucherzentrale will natürlich umfassend aufklären, kennt die Problematik: „Ein Haus atmet nicht“. bea

Wenn ich mein Haus dämme, dann atmet mein Haus nicht mehr. Diese Befürchtung wird von vielen Dämmgegnern geäußert. "Darauf sachlich einzugehen ist schwer, da ein Haus nicht atmet", weiß Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes, Reinhard Schneeweiß, zu berichten. Lebewesen atmen. Sachen atmen nicht. Und ein Haus sei trotz aller emotionalen Bindung eine Sache, ein toter Gegenstand.

Der Gedanke des Luftaustausches durch die intakte Wand gehe auf einen Versuch des Arztes Pettenkofer aus dem 19. Jahrhundert zurück. Diese These wurde bereits 1928 widerlegt, hält sich aber zäh am Leben. Ein unkontrollierter Luftaustausch durch die Wand wäre auch gar nichts Positives. Davon kann jeder berichten, der schon mal einen kalten Winter in einer Wohnung mit undichten Fenstern und Rissen im Mauerwerk verbringen musste. Es zieht und es ist eiskalt, so die Verbraucherzentrale des Saarlandes in einer Mitteilung.

Die Wärmedämmung kann also weder das "Atmen" der Wand noch den Luftaustausch durch die Wand verhindern, da beides gar nicht vorkommt beziehungsweise vorkommen sollte. "Allerdings hebt Dämmung von Gebäuden die Oberflächentemperaturen der Wände, Decken und Böden, schafft ein angenehmes Raumklima und verhindert Schimmelbildung", nennt Energieberater Schneeweiß nur einige der Vorteile von gedämmten Gebäuden. Wer sich neutral, sachlich kompetent und ohne wirtschaftliche Eigeninteressen informieren möchte, sollte einen Termin zur Energieberatung der Verbraucherzentrale vereinbaren. Hier erhält man alle Informationen, die man braucht, um sich bei der energetischen Gebäudesanierung richtig zu entscheiden.

Die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Für eine persönliche Beratung in einer der 16 Energieberatungsstellen im Saarland ist eine Anmeldung erforderlich unter der bundesweiten Hotline (0800) 809 802 400 oder aber auch direkt bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.

Weitere Infos gib es bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes, im Haus der Beratung, Trierer Straße 22 , 66111 Saarbrücken, Tel. (0681) 5 00 89 15; Fax (0681) 5 00 89 22 oder per E-Mail: vz-saar@vz-saar.de und im Internet.

vz-saar.de



Zum Thema:

Auf einen BlickAnmeldung zur persönlichen Energieberatung in: Homburg, Kreisverwaltung, Am Forum 1, 4. Etage, Zimmer 432. Tel. (0 68 41) 104 84 34 oder (06 81) 5 00 89 15 und in Kirkel im Rathaus, Hauptstraße 12, Tel. (0 68 41) 80 98 22. bea