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Selbstkontrolle für die Bäckermeister

Homburg. Knusprig muss es sein, und die Oberfläche darf nicht abkrümeln: In Homburg standen bei der jährlichen Qualitätsprüfung der Bäckerinnung Backwaren von sieben Bäckereien auf dem Prüfstand. Für Bäckermeister Hans Kassel ist die Prüfung auch eine Selbstkontrolle. Bernhard Reichhart

Unter dem Druck des Handballens gibt das Brötchen nach, die Kruste knirscht leicht. Karl-Ernst Schmalz hält sich das Weizengebäck unter die Nase. "Es ist wichtig, dass die Oberfläche des Brötchen nicht abkrümelt." Der Brotprüfer ist noch bis Freitag auf Tour in Homburg , um Brötchen und Brote zu prüfen. Doch was macht ein gutes Brötchen , ein gutes Brot aus?

Wer sich im Bäckerhandwerk täglich seinen Kunden stellen muss, der ist gut beraten, wenn er weiß, wo er mit der Qualität seiner Backwaren steht. Daher stellten sich am Dienstag Bäckereien aus dem Saarpfalz-Kreis in Homburg der Qualitätsprüfung der Bäckerinnung. Eingeladen zu dieser öffentlichen Qualitätsprüfung, die in den Räumen der Kreissparkasse Saarpfalz stattfand, hatte der Bäckerinnungsverband Saarland. Insgesamt 36 Brot- sowie 20 Brötchensorten wurden von sieben Bäckereien zur Begutachtung eingereicht, die von Schmalz , Qualitätsprüfer des Deutschen Bäckerhandwerks, vorgenommen wurde.

Vertreten waren die Bäckerei Gerd Leibrock (Limbach), Gerhard Ecker (Erbach), Max Lagaly (Ensheim), Tüllner (Ormesheim), Knauber (Zweibrücken) und Kassel (Friedrichsthal). Interessierte Besucher hatten Gelegenheit, dem Brotprüfer über die Schulter zu schauen.

Unterstützt von Bäckermeister Gerhard Ecker stand Schmalz für Fragen bereitwillig und fachkundig Rede und Antwort. Geprüft wurden unter anderem Weizen- und Roggenmischbrot, Dinkelsprosse, Kartoffelbrot, Bauernbrot sowie Landbrot oder das ausgefallene Bruch's Treber-Brot. "Ich hätt' gern vumm beschde Brot a Stiggelche", wandte sich eine Besucherin an Gerhard Ecker und bekam eine kleine Kostprobe. "Wir erreichen immer mehr Bäckereien , die mitmachen, aber auch immer mehr Kunden ", freute sich Sabine Hensler, Geschäftsführerin der Bäckerinnung, über die Resonanz auf die Brotprüfung.

Alle Innungsmitglieder hätten die Möglichkeit, ihre Brote und Brötchen durch den Qualitätsprüfer testen zu lassen, denn es sei ein wichtiges Instrument für die teilnehmenden Bäckereien . "Wir wollen durch diese Prüfung unseren Innungsbäckern eine Rückmeldung geben und den Kunden Gelegenheit zu Fragen rund ums Backen von Brot- und Brötchen geben", meinte Hensler. Ziel des Testes sei es, Bäckereien dabei zu helfen, ihre Brote und Brötchen zu verbessern, um den Kunden erstklassige Qualität anzubieten. Darüber hinaus erhielten die geprüften Bäcker eine Auszeichnung ihrer eigenen prämierten Produkte, mit der sie werben könnten, fügte Hensler hinzu.

Zum ersten Mal nahm Hans Kassel an einer Prüfung in Homburg teil. Neben Klassikern wie Roggen- und Weizenmischbroten hatte er die französischen Spezialitäten "Boulet" und "Pain Traditional" sowie ein Original Mondscheinbrot mitgebracht. Für ihn sei die Prüfung "eine Selbstkontrolle, aber auch ein guter Werbeeffekt, wenn ich eine Goldmedaille bekomme".