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Saarpfalz-Park Bexbach feiert Geburtstag
Mit Sicherheit den Wandel gestaltet

Landrat a. D. Clemens Lindemann, Bexbachs früherer Bürgermeister Heinz Müller, Geschäftsführerin Doris Gaa, Landrat Theophil Gallo, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und Müllers Nachfolger Thomas Leis (von links) haben zum 20. Geburtstag des Saarpfalz-Parks allen Grund zur Freude.
Landrat a. D. Clemens Lindemann, Bexbachs früherer Bürgermeister Heinz Müller, Geschäftsführerin Doris Gaa, Landrat Theophil Gallo, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und Müllers Nachfolger Thomas Leis (von links) haben zum 20. Geburtstag des Saarpfalz-Parks allen Grund zur Freude. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Der Saarpfalz-Park in Bexbach ist eine Erfolgsgeschichte, die jetzt 20 Jahre alt wurde. Begonnen hatte alles mit einer Kaserne. Von Thorsten Wolf

Welche Geschichten erzählt man sich am liebsten? Natürlich die Erfolgsgeschichten. Und am besten die, bei denen eben der Erfolg am Anfang noch gar nicht feststand – und so am Ende umso wertvoller wird. Diesen Maßstab angelegt, ist die Geschichte des Saarpfalz-Parks in Bexbach eine erfolgreiche, geboren aus der Not heraus: 1996 zog die Bundeswehr ihre Einheiten aus der Höcherbergstadt ab, die „Bexbacher Jäger“ waren Geschichte und die Saarpfalz-Kaserne stand leer.


Was tun, frage man sich in der Stadt, ging doch zum einen einiges an Wirtschaftskraft verloren, zum anderen lag nun eine nicht unbeträchtliche Fläche brach. Die Idee: Die Fläche der Kaserne umzuwandeln in ein Areal für die Ansiedlung von Gewerbe und als Standort für nunmehr zwei Gründerzentren – so begonnen offiziell im Jahr 1998 mit dem Kauf des Geländes aus den Händen den Bundes.

Damit feiert der „Saarpfalz-Park“ in diesem Jahr seinen 20 Geburtstag. Und was nicht erst bei der eigens zu diesem Anlass einberufenen Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch klar wurde: Das Projekt ist schon lange seinen Kinderschuhen entwachsen, hat die Zeit der Pubertät gut hinter sich gebracht und steht nun als junger Erwachsener mitten im Wirtschaftsleben.



Aktuell sind in der früheren Saarpfalz-Kaserne schon 103 Unternehmen mit rund 1100 Mitarbeitern untergebracht, bei 50 Prozent der Betriebe handelt es sich um Existenzgründer. Von den insgesamt verfügbaren 220 000 Quadratmetern vermarktbarer Fläche im Saarpfalz-Park sind 200 000 belegt, das Gründer- und Mittelstandszentrum ist mit 90 Prozent ausgelastet, das Gründerzentrum Handwerk mit 95 Prozent. Insgesamt wurden in den zurückliegenden Jahren knapp 15 Millionen Euro in die Konversion des früheren Bundeswehr-Areals investiert.

Als es nun am Mittwoch darum ging, der Presse all das und noch einiges mehr zu vermitteln, hatten die Verantwortlichen von Stadt, Kreis, Land und des Saarpfalz-Parks mit Geschäftsführerin Doris Gaa an der Spitze selbst also keinen Grund, ein Klagelied anzustimmen – ohne Zweifel ist die Entwicklung der Kombination aus Gewerbefläche und Existenzgründer-Standort ein Erfolg für alle Beteiligten.

Einer, der einiges über diese Geschichte erzählen kann, ist Thomas Leis, heute Bürgermeister der Stadt, davor aber lange Jahre der Wirtschaftsförderer der Stadt und als solcher direkt mit dem Saarpfalz-Park verbunden. Leis verwies mit Blick auf die Anfangszeit des Projektes auf den früheren Bexbacher Bürgermeister Heinz Müller und Landrat a. D. Clemens Lindemann, beide ebenfalls Gäste der Pressekonferenz. Beide hätten vor mehr als 20 Jahren das Ganze „unbürokratisch und ziemlich schnell in die richtige Richtung geleitet.“

Neben Leis an diesem Morgen: Landrat Theophil Gallo als Mitglied des Aufsichtsrates und Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Sie beschrieb die tiefere Bedeutung der erfolgreichen Konversion der früheren Kaseren in eine erfolgreiche Nachfolge-Nutzung so: „Hier zeigt sich, dass es möglich ist, Wandel zu gestalten und auch Sicherheit im Wandel zu geben. Und wenn man es in einen größeren Bezugsrahmen setzen will, und das scheint mir in diesen Tagen nicht ganz unnötig zu sein, dann ist das auch ein ermutigendes Signal. Denn es zeigt tatsächlich, dass man aus krisenhaft erscheinenden Situationen etwas machen kann, wenn man sich der eigenen Gestaltungskraft bewusst ist. Und wenn man das als Gestaltungsaufgabe auch annimmt.“ Die sei so, dessen war sich Anke Rehlinger sicher, genau so in den vergangenen 20 Jahren im Saarpfalz-Park auch verstanden worden. Das Ergebnis habe „ein Antlitz, wie man es sich nur wünschen kann“. Auch sei die Entwicklung des Saarpfalz-Parks eine gutes Beispiel dafür, dass ein solches Projekt klappe, „dass wir auch in einer sich schneller drehenden Welt keine Objekte, sondern handelnde Subjekte sind, die Chancen und Möglichkeiten erkennen“.

Untrennbar verbunden ist die Erfolgsgeschichte des Saarpfalz-Parks mit Geschäftsführerin Doris Gaa und ihrem Team. Gaa, in Personalunion auch die Wirtschaftsförderin des Saarpfalz-Kreises, betonte am Mittwoch die große Unterstützung, die die Konversion auf allen Ebenen, vor allem im Bexbacher Stadtrat, erfahren habe, „das ist etwas, was meine Kollegen im Saarland, aber auch im Bundesgebiet neidvoll anerkennen“.