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Neue Struktur im Saarland
Gewerkschaft: Personalmangel ist Grund für Polizeireform

Nachts sind viele Polizeidienststellen an der Saar geschlossen. Kritik üben die Gewerkschaften (Symbolbild).
Nachts sind viele Polizeidienststellen an der Saar geschlossen. Kritik üben die Gewerkschaften (Symbolbild). FOTO: dpa / A3462 Marcus Führer
Saarbrücken . Zentralisierte Strukturen bei der saarländischen Polizei, die an diesem Montag (22. Oktober) in Kraft getreten sind, haben mit dem jahrelangen Stellenabbau zu tun. Davon ist die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) überzeugt. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Zentralisierte Polizei-Dienststellen im Sarland sollen unausweichlich sein, Beamten „etwas Spielräume“ zu ermöglichen. Die ehemaligen Polizeiinspektionen, die seit diesem Montag zu Revieren abgestuft wurden und nicht rund um die Uhr besetzt sind, seien „de facto wegen Personalmangels sowieso schon meist nachts nicht mehr besetzt“ gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im Saarland. Auch zusammengelegte Direktionen des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken erscheine „aus fachlicher Sicht in manchen Fällen nicht ideal, aber auf Grund fehlenden Personals notwendig“.


DPol-G-Landeschef Sascha Alles übt harte Kritik: „Man kann ruhig sagen, dass die Reform keine Luxusänderung ist, sondern ein notwendiges Übel, um den Laden am Laufen zu halten.“ Hohe Krankenstände und Mitarbeiterunzufriedenheit seien klare Indizien, dass die Belastung extrem geworden ist. „Da stellt sich einem schon die Frage, wie ein weiterer Personalabbau von gut 100 Stellen in den nächsten Jahren noch funktionieren soll.“ Drastisch zurückkgehende Bewerberzahlen seien da kein Wunder. Wie schon die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert auch die DPolG eine Mindestpersonalgröße für die Polizei im Saarland von 3000 Stellen. Alles: „Polizei ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft.“

Die Deutsche Polizeigewerkschaft im Saarland vertritt nach eigenen Angaben rund 400 Mitglieder, die Gewerkschaft der Polizei an die 2700, wie diese angibt.