Feuerwehr setzt Meilenstein

Feuerwehr setzt Meilenstein

Tholey. Seit 1841 gibt es die Tholeyer Feuerwehr. Mit Theley und Scheuern ist sie die viertälteste Wehr Deutschlands. Historisch war bisher auch das Gerätehaus des Löschbezirks, das noch aus den 50er-Jahren stammt. "Eine Renovierung war dringend erforderlich, aber in Zeiten knapper Finanzen kaum zu bezahlen", berichtet Löschbezirks-Chef Alexander Fleck

Tholey. Seit 1841 gibt es die Tholeyer Feuerwehr. Mit Theley und Scheuern ist sie die viertälteste Wehr Deutschlands. Historisch war bisher auch das Gerätehaus des Löschbezirks, das noch aus den 50er-Jahren stammt."Eine Renovierung war dringend erforderlich, aber in Zeiten knapper Finanzen kaum zu bezahlen", berichtet Löschbezirks-Chef Alexander Fleck. Doch die Verantwortlichen in Tholey fanden eine Lösung: Die Wehr packte mit an. Mehr als 18 000 Stunden arbeiteten die Brandbekämpfer in ihrer Freizeit am neuen Feuerwehrhaus.

270 000 Euro gespart

"Umgerechnet ist das der Jahresurlaub von 75 Mann, wenn man von 30 Tagen Ferien ausgeht", erklärt Fleck. Das half, Kosten zu sparen. Im konkreten Fall mehr als 270 000 Euro. Trotzdem musste die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Hermann Josef Schmitt noch rund eine Million Euro für die Renovierung aufbringen.

"Das war ein Riesenbrocken. Ohne die Eigenleistung wäre überhaupt nichts gegangen", erklärt er. Eine Herangehensweise, die für den Rathauschef Zukunft hat: "Für mich ist das der einzige Weg, wie wir viele Dinge überhaupt noch finanzieren können."

Fleck sieht darin kein Problem: Von den vielen Arbeitsstunden - meist samstags von 13 bis 19 Uhr - während der vierjährigen Bauzeit kann er viel Positives berichten. "Bis zum Schluss haben unsere Leute mit Begeisterung gearbeitet und wollten unbedingt fertig werden. Es war super zu sehen, wie sich alle gegenseitig motiviert haben." Und das gelte nicht für die Feuerwehrleute. "Die Menschen im Ort waren unheimlich hilfsbereit", berichtet der Feuerwehr-Chef. "Vereine, Parteien und Unternehmen haben Essen gebracht. Der Zusammenhalt im Ort war unglaublich."

Nach Angaben Flecks ist das Resultat der gemeinsamen Mühen ein Gerätehaus, das modernsten Ansprüchen genügt. "Unter anderem wurde eine Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen für unsere Löschwagen gebaut, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach angebracht und eine moderne Heizungsanlage mit Wärmepumpe installiert", berichtet er. Zudem sei in der ehemaligen Garage eine hoch technisierte Schlauchwerkstatt entstanden, von der auch die Nachbargemeinden profitierten.

Gebäude komplett entkernt

Um das möglich zu machen, war es nötig, das Gebäude komplett zu entkernen. Die Wehr musste für ein Jahr in eine Lagerhalle umziehen. Fleck: "Das war alles nicht so einfach, weil wir während des Umbaus den Löschbetrieb weiter aufrecht erhalten mussten. 133 Einsätze fuhr die Wehr unter diesen Bedingungen und rettete vier Menschen."

Aus alt mach neu: So sah das Gerätehaus bis zum Umbau aus.

Für Bürgermeister Schmitt steht nach Ende der Arbeiten im Vordergrund, dass die Gemeinde beim Umbau in die Zukunft investiert habe: "Da auf Qualität und Technik geachtet wurde, ist jetzt für die nächsten 25 Jahre Ruhe." vsc