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Chaos beim Greesenball

Chaos beim Greesenball

Saarwellingen. Der Saarwellinger Greesenball am Fetten Donnerstag ist Tradition: Fastnachtsfans feiern den Abschluss des Greesentages im Festzelt auf dem Gelände Breitwies. Um Feiernde sicher hin und wieder nach Hause zu bringen, bietet die KVS ein "Greesenticket" für acht Euro an

Saarwellingen. Der Saarwellinger Greesenball am Fetten Donnerstag ist Tradition: Fastnachtsfans feiern den Abschluss des Greesentages im Festzelt auf dem Gelände Breitwies. Um Feiernde sicher hin und wieder nach Hause zu bringen, bietet die KVS ein "Greesenticket" für acht Euro an. Seit 2007 ist neben der Busfahrt ein weiterer Bestandteil des Tickets das Festtagsabzeichen, von dem der Greesentag finanziert wird. Das Abzeichen gewährt freien Eintritt in alle Gaststätten, die Festhalle und das kleine Festzelt auf dem Saarwellinger Marktplatz.Dieses Jahr wurde das große Festzelt auf der Breitwies als Greesen-Arena erstmalig von dem Getränkevertrieb Dirk Brünnet betrieben. Da ein Kombiticket des Zeltbetreibers für Eintritt und Verzehrbon allein schon sieben Euro kosten sollte, ließen sich die SZ-Leserreporter Rebecca Roos (16) und Kia Kirchen (15), beide aus Saarlouis, von der KVS erneut bestätigen, dass sie mit dem "Greesenticket" nichts mehr extra bezahlen müssen. Am Zelteingang kam jedoch die böse Überraschung: Sie sollten für den Verzehrbon erneut vier Euro bezahlen, um das Zelt betreten zu dürfen. Dieser Verzehrbon galt aber nur für ein Getränk im Wert von maximal drei Euro. Im Endeffekt bezahlten die beiden Mädchen also jeweils zwölf Euro für Eintritt und Busfahrt. "Unserer Meinung nach ist das eine riesige Sauerei, die nächstes Jahr bestimmt wieder passieren wird, falls man jetzt nichts dagegen tut", meinen die wütenden Leserreporterinnen.

Cornelia Rohe vom Kulturamt der Gemeinde Saarwellingen bringt ein wenig Licht ins Dunkle: "Jedes Jahr gibt es einige Verwirrung bei den Besuchern, die glauben, das Festtagsabzeichen berechtige auch zum Eintritt ins Festzelt. Jedoch müssen alle Besucher denselben Preis bezahlen." Das Festtagsabzeichen gilt nämlich nicht für die Greesen-Arena.

"Es herrschte ein kleines Informationschaos", wie Silvia Paulus, Marketing-Abteilung der KVS, berichtet: "Wir waren in keiner Weise darüber informiert, dass der Zeltbetreiber dieses Jahr einen zusätzlichen Verzehrbon von vier Euro eingeführt hatte. Wir haben selbst erst davon erfahren, als Besitzer des Kombitickets des Betreibers plötzlich kostenfrei in den Bus einsteigen wollten."

Auch der Festzeltbetreiber hatte Schwierigkeiten: "Es gab Probleme mit dem KVS-Ticket. Manche dachten, sie bekämen damit ein Freigetränk", erklärt Brünnet. Auf allen Seiten gab es somit Missverständnisse.

Vergangene Woche erfolgte dann eine Nachbesprechung aller Beteiligten in Saarwellingen. "Dort wurde beschlossen, dass wir uns nächstes Jahr alle frühzeitig zusammensetzen, damit der Greesenball geordneter ablaufen kann", berichtet Silvia Paulus abschließend.

Meinung

Den Besuchern entgegenkommen

Von SZ-RedakteurinNicole Bastong

Viele Köche verderben den Brei. Vor allem, wenn ihn auch alle verkaufen wollen. Wenn die Beteiligten es schon nicht schaffen, sich gegenseitig über alle Details einer solchen Großveranstaltung zu informieren, wie soll dann der Besucher den Überblick behalten? Viele Missverständnisse und der Eindruck, dass Besucher abgezockt werden, hätten vermieden werden können - durch eine bessere Abstimmung. Aus diesem Chaos sollte man lernen - und den Besuchern im nächsten Jahr vielleicht auch bei den ohnehin nicht gerade günstigen Eintrittspreisen entgegenkommen.