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Brechdurchfall löst Katastrophenalarm aus

Brechdurchfall löst Katastrophenalarm aus

Knapp 80 Menschen des Berufsförderungswerks am Elisabeth-Krankenhaus in Birkenfeld sowie Mitarbeiter und Patienten der Klinik selbst leiden seit Donnerstag unter Erbrechen und Durchfall. Sie klagten über diese Beschwerden, nachdem sie in der Cafeteria der DRK-Einrichtung gegessen hatten, sagt ein Sprecher.

Der Katastrophenschutz hat am Donnerstagvormittag nahe der saarländischen Grenze das Gelände der Elisabeth-Stiftung in Birkenfeld weiträumig abgeriegelt. Grund dafür: Fast epidemisch häuften sich über Nacht Brechdurchfälle.

79 Menschen in der Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) klagen seither über Magen- und Darmbeschwerden. Bereits am Mittwochabend hatten erste Betroffene mit Übelkeit , Erbrechen und Durchfall zu kämpfen. Bei ihnen handelt es sich nach Angaben eines Sprechers der Birkenfelder Kreisverwaltung hauptsächlich um Lehrgangsteilnehmer. Sie hatten zuvor in der Mensa der Ausbildungseinrichtung gegessen.

Von den Erkrankten werden zurzeit 24 stationär versorgt. Im einzelnen: 50 Schüler leiden unter den Symptomen, acht von ihnen bleiben im Krankenhaus. Des Weiteren hat es 17 Mitarbeiter erwischt, von denen vier auch in der Klinik bleiben müssen. Außerdem steckten sich zwölf Patienten an.

Der konkrete Auslöser für die Krankheitsfälle sei derzeit noch unklar. Experten vermuten, dass Noro-Viren dafür verantwortlich sein könnten. Aber auch eine Lebensmittelvergiftung werde nicht ausgeschlossen.

Zurzeit kommen Menschen nur über eine Schleuse auf das weithin abgeschottete Gelände. Feuerwehr und Polizei kontrollieren an der Zentralpforte. Nur Notfallpatienten dürfen ins angeschlossene Krankenhaus, das ebenfalls auf dem abgesperrten Gebiet liegt. Wer den Komplex verlässt, werde registriert, teilte Karsten Schultheiß aus dem Landratsamt im rheinland-pfälzischen Birkenfeld mit.

Gleichzeitig sollen sich all jene bei der Einrichtung melden, die sich am Mittwoch oder Donnerstag dort aufhielten. Bei Übelkeit oder ähnlichen Symptomen werde der Gang zum Hausarzt dringend empfohlen.

Ob auch Saarländer betroffen sind, darüber gab es keine Angaben. Bei der Stiftung arbeiten zumindest viele saarländische Grenzgänger.

Über das Internet meldeten sich SZ-Leser, deren Angehörige dort arbeiten, und berichteten von den Kontrollen am Haupteingang. Sie sprachen von "eingehenden Untersuchungen", bevor sie heimfahren durften.

Landrat Matthias Schneider hatte am späten Nachmittag während einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz über die Details informiert.

Kontakt für Betroffene:

Tel. (0 67 82) 18 14 36, 18 14 37, 18 11 59. Kontakt zu behandelnden Medizinern: Gesundheitsamt Idar-Oberstein,

Tel. (0 67 81) 2 00 80.