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Neue Forderung der Kassenärztlichen Vereinigung
Saar-Ärzte fordern neue Regel für Krankenscheine

Gunter Hauptmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, will Praxen entlasten.
Gunter Hauptmann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, will Praxen entlasten. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Beschäftigte sollen erst nach sieben Tagen ein Attest vorlegen müssen, fordert der Chef der Saar-Kassenärzte. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Die niedergelassenen Ärzte im Saarland machen sich für neue Regeln bei der Krankschreibung stark. Arbeitnehmer, die sich nicht arbeitsfähig fühlen und daher zu Hause bleiben möchten, sollen ihrem Arbeitgeber in den ersten sieben Tagen keinen Krankenschein vorlegen müssen. Dies fordert der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Dr. Gunter Hauptmann. Dies könne Praxen zum Beispiel von Patienten mit Erkältung oder Blasenentzündung entlasten, die nur wegen eines Krankenscheins zum Arzt gingen, sagte er der SZ.


Die derzeitige Gesetzeslage besagt, dass Arbeitnehmer grundsätzlich drei Tage zu Hause bleiben können, ohne ihrem Arbeitgeber einen Krankenschein vorzulegen; es gibt allerdings auch Ausnahmen. Hauptmann schlägt nun vor, diese Frist auf eine Woche auszuweiten. „Das wäre für die Versicherten und Ärzte eine deutliche Erleichterung“, sagte er.

Die Unternehmen fürchten schädliche Auswirkungen auf das Betriebsklima, wie der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU), Joachim Malter, der SZ sagte. Die Firmen hätten das Gefühl, im Falle eines vermuteten Missbrauchs nicht mehr sinnvoll reagieren zu können, weil sie diesen im Einzelfall begründen müssten und sich dann dem Vorwurf des Betroffenen aussetzten, sie würden ihn zu Unrecht verdächtigen und seine Motivation beschädigen.



Auch sei der Verdacht, dass jemand unberechtigt fehle, unter den Kollegen und Kolleginnen oft noch gravierender als beim Arbeitgeber. „Firmen wollen keine Anlässe für noch mehr Unfrieden und Verdachtsmomente, sondern eine formal klare Regelung, die möglichst nicht missbrauchsanfällig ist“, sagte er.