1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Zweiter Dienstwagen: Gauf weist Vorwürfe zurück

Stadtvorstand : Gauf: Zweiter Dienstwagen ist günstiger als Privatauto-Nutzung

Der Bürgermeister ärgert sich über Andeutungen der SPD, er schiebe Kurt Pirmann als Mit-Entscheider vor. Hauptamtsleiter Eschmann bestätigt Pirmanns Zustimmung.

Bürgermeister Christian Gauf (CDU) weist kritische Fragen der SPD zu der von ihm veranlassten Anschaffung eines zweiten Dienstwagens für den Stadtvorstand entschieden zurück. „Ich ärgere mich maßlos“, sagte Gauf am Rande des CDU-Kreisparteitags am Freitagabend dem Merkur, „das macht die SPD nur, weil sie denkt, es bleibt was hängen“.

Am meisten ärgert Gauf, dass SPD-Fraktionschef Stéphane Moulin gesagt hatte, er finde es merkwürdig, dass nun schon zum zweiten Mal die CDU bei einem für sie unangenehmen Thema behaupte, das habe noch der am 25. Juni 2018 verstorbene Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) so gewollt. Gauf betont, er habe „ein sehr offenes und gutes Verhältnis zu Kurt Pirmann gehabt“ und oft Dinge vertrauensvoll mit ihm abgesprochen. Bei einem Besuch Pirmanns im Krankenhaus sei das Gespräch darauf gekommen, einen zweite Dienstwagen für den Stadtvorstand zu leasen, „und er hat gesagt: Mach das!“. Er habe Kurt Pirmann während dessen langer Krankheit mehrfach besucht, berichtet Gauf. Bei diesem Gespräch aber sei er nicht allein, sondern von Hauptamtsleiter Jörg Eschmann begleitet gewesen – worüber er „sehr froh“ sei, denn auch Eschmann erinnert sich an die Absprache mit Pirmann zum Leasen des zweiten Wagens.

„Ich lasse mich ungern mit einem Skandälchen in Verbindung bringen, das keines ist“, macht Gauf deutlich, dass ihm die kritischen Fragen der SPD und Kommentare in den letzten Tagen auf Facebook persönlich nahe gehen. Bereits am Freitagvormittag hatte Hauptamtsleiter Jörg Eschmann über Stadtsprecher Heinz Braun bezeugen lassen, dass das Beschaffen des zweiten  Dienstwagens bei einem gemeinsamen Krankenhaus-Besuch mit Gauf von Kurt Pirmann abgesegnet worden sei. (Jörg Eschmann ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Mittelbach-Hengstbach, wo auch Kurt Pirmann zuletzt Mitglied war.)

Bürgermeister Christian Gauf Foto: Stadt

Eschmann bestätigte am Montag in einem Telefonat mit dem Merkur: „Wir waren im Nardini-Klinikum bei Kurt Pirmann, um wichtige Themen zu besprechen. Dabei ist auch der zweite Dienstwagen vereinbart worden.“ Dieser sei „einfach notwendig“, weil der Mercedes „sehr oft unterwegs“ gewesen sei.

Aber unabhängig von der Frage, wer was verabredet und entschieden hat – braucht denn der dreiköpfige Stadtvorstand (Gauf, der Beigeordnete Henno Pirmann und der jetzige Oberbürgermeister Marold Wosnitza, beide SPD) überhaupt neben der Mercedes-E-Klasse, die jahrelang der einzige Stadtvorstands-Dienstagen war, wirklich noch einen Audi A4 als zweiten Dienstagen, wenn die Stadt doch noch weitere Fahrzeuge in einem Pool hat und Stadtvorstands-Mitglieder notfalls auch mal auf ihr eigenes Auto zurückgreifen könnten und die Fahrtkosten abrechnen? Letzteres hatte Moulin als Option genannt.  „Die Privatauto-Nutzung kostet die Stadt mehr Geld als das Leasing“, antwortet  Gauf. Die Konditionen bei dem Vertragspartner seien so günstig, dass der Audi A4 weniger koste als ein VW Golf. Wegen einer Verschwiegenheitsklausel könne die Stadt die Konditionen nicht öffentlich machen.

Anders als bislang der Mercedes solle der Audi auch Amtsleitern zur Verfügung stehen, wenn kein Stadtvorstandsmitglied damit unterwegs ist, sagt Hauptamtsleiter Eschmann. Dies spare Kosten, weil Amtsleiter bislang ihre Privatautos genutzt und Fahrtkosten abgerechnet hätten. Erst neulich habe es wieder einen Fall gegeben, wo sowohl er als auch zwei Amtsleiter gleichzeitig unterwegs gewesen seien, berichtet Gauf. Der Audi sei noch nicht im Einsatz, weil am Diesel-Motor noch etwas nachgerüstet werden musste.