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AOK in Zweibrücken besser auffindbar

Krankenkassen-Filiale : AOK jetzt besser auffindbar

Die Krankenkasse hat nach Merkur-Bericht und Gensch-Brief auf mehrere Kritikpunkte reagiert.

Versteckt die AOK ihre Filiale in Zweibrücken, um sich bald ganz zurückzuziehen? Dieser Eindruck konnte aufkommen, denn bis vor Kurzem gab es am städtischen Gebäude Poststraße 40, in dem die AOK-Beratungsstelle seit Januar einen Raum angemietet hat, keinerlei Hinweis, dass sich dort die Filiale befindet. Und auf ihren Internetseiten bot die Krankenkasse, wenn man „Zweibrücken“ in die Suchmaske eingab, nur das Kundencenter Homburg oder 15 weiter Standorte in der erweiterten Region an, doch auf die Poststraße 40 gab es nirgendwo einen Hinweis. Die AOK sagte auf Merkur-Anfrage Mitte Februar eine Prüfung zu.

Die ist offensichtlich durch einen Brief des Zweibrücker Landtagsabgeordneten und CDU-Rats-fraktionschef Christoph Gensch beschleunigt worden. Dr. Gensch hatte der AOK nach dem Merkur-Bericht geschrieben, weil er auch aus Erfahrung aus seiner eigenen Arztpraxis wisse, wie wichtig die persönliche Beratung durch die mit Abstand größte Krankenkasse der Region ist. In einer Pressemitteilung informierte Gensch am Montag, dass die AOK ihm mitgeteilt habe, dass sie nun im Internet wieder auf Zweibrücken hinweist und einen Briefkasten mit „AOK“ beschriftet hat. Er freue sich, „dass diese Missstände von der AOK nach einem Schreiben von mir zügig beseitig wurden“, schreibt Gensch, besonders der fehlende Online-Hinweise sei „gravierend“ gewesen. Merkur-Recherchen bestätigen die Angaben von AOK und Gensch. Allerdings ist das kleine „AOK“-Kärtchen im Briefkasten, das man erst sieht, wenn man unmittelbar davorsteht, der einzige Hinweis auf die AOK außen am Gebäude. Gensch fordert deshalb weiterhin ein großes Schild, um deutlich sichtbar zu machen, dass in diesem Haus auch die AOK ist.

Zudem hatte Gensch in dem Merkur-Artikel Mitte Februar gefordert, die (schon einige Monate vor dem Umzug aus dem größeren AOK-Beratungszentrum in der Von-Rosen-Straße) deutlich eingeschränkten Öffnungszeiten wieder zu verlängern. Die Bürgerin und Sozialdemokratin Liane Weidmann-Lichtel, die mit ihrer Cousine Eva Matlac 1700 Unterschriften für den Erhalt eines persönlichen AOK-Beratungsangebotes gesammelt hatte, berichtete von langen Schlangen und zu wenig  Sitzgelegenheiten. Zu solchen weiteren Kritikpunkten äußert sich die AOK in ihrem Antwortbrief an Gensch noch nicht inhaltlich. Die AOK sagt aber eine späterer Prüfung zu: „Ein Beratungsangebot einer gesetzlichen Krankenkasse kann aus unserer Sicht erst nach einer angemessenen zeitlichen Dauer evaluiert werden und ein Gespräch im Rahmen eines ,runden Tisches‘ sollte nach dieser Evaluation stattfinden.“ Gensch will hier nicht lange abwarten: Die CDU-Fraktion werde „zu diesem runden Tisch erneut zur Jahresmitte 2019 einladen, um miteinander den Verlauf des ersten Halbjahres zu besprechen.“

Gensch erinnert daran, dass die CDU bereits vor gut einem Jahr einen runden Tisch initiiert hatte, „an welchem sich alle politischen Parteien des Zweibrücker Stadtrates beteiligten, um zusammen einen vollständigen Rückzug der AOK aus Zweibrücken zu verhindern. Dies ist uns damals in konstruktiven Gesprächen mit der AOK gelungen.“ Die AOK hatte im Februar 2018 angekündigt, Ende Dezember 2018 die Filiale in Zweibrücken ganz aufzugeben, weil immer mehr Kunden lieber das 24-Stunden-Beratungsangebot per Telefon oder Online nutzen, zudem gebe es in Pirmasens und Homburg für Zweibrücker gut erreichbare AOK-Beratungszentren, bei Bedarf biete man auch Hausbesuche an.