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Zweibrücken: Marold Wosnitza und Christoph Gensch zur Corona-2G-Debatte

Wosnitza und Gensch zur Debatte um „2 G“-Regeln : Nur noch Geimpfte und Genesene in Gaststätten?

Mehr Freiheiten für Geimpfte? Oder würde das neue Gräben aufreißen? Was die führenden Zweibrücker Corona-Politiker zur Debatte um 2 G oder 3 G sagen.

(lf) Die „3 G-Regel“ ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie: Viele Angebote können Menschen nur wahrnehmen, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Doch bundesweit gibt es immer mehr Rufe nach „2 G“: Bestimmte Angebote wären dann nur noch für Geimpfte und Genesene nutzbar, nicht aber mehr für Getestete. Hamburg etwa führt dies für Clubs, Gaststätten oder Kinos optional ein. Der Merkur hat die beiden wichtigsten Zweibrücker Coronaschutz-Politiker nach Ihrer Meinung zu 2 G gefragt: Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) sowie den Arzt und Landtagsabgeordneten Christoph Gensch (CDU).

Wosnitza sieht gute Argumente für beide Seiten, lässt aber Sympathien für 2 G in manchen Bereichen erkennen. Er gehe von zwei Feststellungen aus. Erstens: „Die Mehrheit der Bevölkerung ist mittlerweile geimpft“, für sie wäre also 2 G gar kein Problem. Zweitens: „Wir müssen Wege finden, dass die Gesellschaft wieder zur Normalität zurückfindet. Dafür brauchen wir eine solide Durchimpfung. Da ist jede Maßnahme sehr sinnvoll, die die Impfquote erhöht.“ Zwar sei es das gute Recht eines Jeden, sich gegen das Impfen zu entscheiden – aber es gehe auch nicht, dass sich die Mehrheit der Menschen einschränken müsse, weil Einzelne sich nicht impfen lassen. Wosnitza fordert deshalb zwar derzeit keine 2 G-Vorschriften – unterstützt aber, wenn zum Beispiel Gastronomen 2 G einführen. Er wisse von einigen Zweibrücker Gastwirten, die dies bereits planen: „Das ist für sie der einzige Weg, auf Masken verzichten zu können.“

Wosnitza erwartet, dass ab der nächsten rheinland-pfälzischen Corona-Verordnung bei Veranstaltungen Geimpfte und Genesene nicht mehr auf die Teilnehmer-Beschränkungszahlen angerechnet werden.

Dr. Gensch hat zwar ebenfalls Verständnis für Rufe nach 2 G, aber: „Im Moment sage ich, wir sollten die Impfquote weiter zu steigern versuchen durch Aufklären, Informieren und Überzeugen.“ Derzeit fände er 2 G-Regeln nur dort sinnvoll, „wo Dritte gefährdet sind, wie im medizinischen Bereich“. Ansonsten aber „sollten wir zusammenführen und nicht neue Gräben aufreißen“.