Vom Zettelkasten zum E-Book

1994 startete die Bibliothek des Campus Zweibrücken mit einem Grundbestand von 1500 Büchern. Heute kann man vor Ort 50 000 Bücher ausleihen, in 80 verschiedenen Zeitschriften blättern oder 9000 E-Books lesen.

. Zum 20-jährigen Bestehen des Campus Zweibrücken zeigt die Bibliothek eine Ausstellung über ihre Geschichte. Angefangen hat alles 1994 mit einem Grundbestand von 1500 Büchern. Damals, im Gründungsjahr der Hochschule, befand sich die Bibliothek im Gebäude A auf einer Fläche von gerade mal 165 Quadratmetern. Nach dem Umzug ins Gebäude O im Jahr 1999 hat man die dreifache Fläche zur Verfügung und der Bestand hat sich vervielfacht. Heute kann man vor Ort 50 000 Bücher ausleihen, in 80 verschiedenen Zeitschriften blättern oder 9000 E-Books lesen. Hinzu kommen noch DVDs und Loseblattsammlungen. Bibliotheks-Leiterin Marion Straßer hat die Anfänge der Hochschule miterlebt: "Ich wurde am 1. August 1994 eingestellt und mein Chef, Gründungsdekan Neumeier, führte mich über eine riesige Baustelle. Es bedurfte sehr viel Phantasie, sich seinen zukünftigen Arbeitsplatz dort vorzustellen." Heute sieht sie die Einrichtung als Zentrum des Wissens und der Wissensgesellschaft, in das auch kulturelle und politische Diskurse integriert werden und gleichzeitig als sozialen und kommunikativen Ort.

"Gerade die elektronischen Medien wie E-Books oder Datenbanken werden von den Studierenden sehr gerne genutzt", erzählt Matthias Jenschke, der seit Juli des vergangenen Jahres in der Hochschulbibliothek arbeitet. Manche der Exponate sind ihm bereits aus seinem Praktikum in der Hochschulbibliothek im Jahr 2006 vertraut. "Schon im Jahr 2000 waren wir mit PCs ausgerüstet und damit eine der ersten Bibliotheken in Rheinland-Pfalz, bei der man über die Online-Recherche Bücher aus anderen Bibliotheken in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ausleihen konnte". Seitdem sind zahlreiche Datenbank-Angebote dazu gekommen und auch die Schulungen zu deren Nutzung haben zugenommen. Die Ausstellung zeigt, wie man früher recherchierte: Zu sehen sind ein Zettelkasten, ein Mikroform-Lesegerät und Computer mit klobigen Bildschirmen.

Um den Spaß am Lesen zu fördern, finden in der Bibliothek zahlreiche Veranstaltungen statt, die von der Zweibrücker Bevölkerung begeistert aufgenommen werden. Auch davon erzählt die Ausstellung. 2009 erkundeten zum ersten Mal Kinder, als Spürnasen getarnt, bei der Kinderuni die Räumlichkeiten der Hochschulbibliothek. In jenem Jahr fand auch zum ersten Mal die lange Nacht der Bibliotheken in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei und der Bibliotheca Bipontina statt. Später schloss sich daran ein Vorlesewettbewerb für Erwachsene an. Seit 2013 gibt es spezielle Orientierungsangebote für ausländische Nutzer, wie etwa englischsprachige Führungen. "Alle drei Standorte der Hochschulbibliothek wachsen immer mehr zusammen", erklärt Jenschke, "wir haben die Datenbanken zusammengeführt und die Studierenden können jetzt in allen Katalogen recherchieren." Für ihn hat sich mit der Anstellung am Campus ein lang gehegter Berufswunsch erfüllt: "Hier gibt es jeden Tag etwas anderes zu tun. Ich freue mich, wenn ich jemanden mit einer komplexen Anfrage weiterhelfen kann."

Öffnungszeiten: bis 18. Januar: Mo-Do 8.30 - 19 Uhr, Fr 8.30 - 15 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr; danach Mo - Do 8.30 - 12 und 13 bis 15 Uhr, Fr 8.30 - 13 Uhr, Samstag geschlossen.