Zug um Zug

Beim Schnellschachturnier des Schachklub 1905 Zweibrücken rauchten im Melanchthonheim mal wieder die Köpfe. Jugendleiter Ludwig Peetz konnte schließlich die vereinsinterne Veranstaltung gewinnen.

Die Zeit für ein Spiel war auf 15 Minuten für jeden Spieler festgelegt. Unter diesem enormen Zeitdruck werden natürlich nicht immer die besten Züge gefunden. Flüchtigkeitsfehler sind demgemäß relativ häufig, so dass die vorgegebenen 15 Minuten zur Beendigung einer Partie meistens ausreichen. "13 Spieler sind erschienen, wir spielen heute Abend nach dem Schweizer System", sagt Turnierleiter Peter Schwichow vom Schachklub Zweibrücken - Schriftführer und Spielleiter im Verein.

Die Stärke eines Spielers wird durch die "Deutsche Wertungszahl" errechnet, die sich auf Erfolge bei Turnieren und Mannschaftsspielen bezieht. Gespielt wurde im Melanchthonheim nach dem "Schweizer System": Im Prinzip wird die erste Runde ausgelost, in der zweiten Runde spielt jeweils der Führende gegen den Bestplatzierten, gegen den er noch nicht gespielt hat, der Dritte gegen den Vierten usw.

Der Zweibrücker Schachklub 1905 umfasst 80 Mitglieder, aber nicht alle sind aktive Spieler. "25 bis 30 Jugendliche sind darunter, unser Nachwuchs", betont Vorsitzender Ralf Henkel. Jugendleiter ist Ludwig Peetz, der auch das Turnier gewann, vor Hans-Jürgen Stopp, Ralf Henkel und Henno Pirmann.

Auch der neunjährige Erik war zum Turnier gekommen, schaute aber nur zu. Seine Eltern finden, er sei hier gut aufgehoben. "Ich spiele auch Schach, muss aber noch viel üben", sagt er sehr schüchtern. Der 14-jährige Sebastian Knerr wurde Siebenter unter den 13 Spielern. "Ich spiele zu Hause oft gegen den Computer", erzählt er. Fritz Lessmann ist Mitglied im Zweibrücker Schachklub und in München, wo er mit seiner Familie wohnt. "Ich habe eine Zweibrückerin geheiratet und so kommen wir jeden Monat eine Woche hierher zurück; und da wird natürlich Schach gespielt, außerdem lieben wir beide Zweibrücken ."

Wettkampfspiele sind nicht unbedingt eine gemütliche Angelegenheit, ganz im Gegenteil, es ist Stress. "Man spielt schließlich auch, um zu gewinnen, wer will schon ein Loser sein", sagt Henno Pirmann. Schachspiel ist Sport, Denksport, und Denken kann man im Leben gut gebrauchen. Schach kann man auch noch mit 90 und älter spielen, wie Herr K. im Verein immer wieder beweist. Der "Schachklub 1905 Zweibrücken " bietet seinen Mitgliedern viel. Einfach mal hingehen.